Rückkehr zur Erwerbsarbeit nach psychischer Erkrankung. Durch Screening und Typenbildung zu besseren Ergebnissen in der psychosomatischen Reha und in der akuten Psychiatrie? 19. November 2026 | 17:00 Uhr - 18:30 Uhr
Weil eine gute Situation im Arbeitsleben vor psychischer Überbelastung schützt und die Rückkehr zu stabilen Lebensverhältnissen nach einer psychosomatischen oder psychiatrischen Erkrankung erleichtert, wird das Thematisieren beruflicher Problemlagen in der Psychotherapie sowohl für die medizinische Rehabilitation als auch für die Akutpsychiatrie empfohlen. So werden aber PsychotherapeutInnen in diesen Behandlungssettings vor neue Herausforderungen gestellt: Sie müssen neben den bekannten psychologischen Problemlagen auch soziale und berufliche Problemlagen erkennen und gemeinsam mit unterschiedlich motivierten PatientInnen individuelle Lösungsansätze entwickeln. Die Erkennung typischer Problemlagen in Kombination mit Screening-Instrumenten kann hierbei hilfreich sein. Zu den typischen beruflichen und psychosozialen Problemkonstellationen in diesen Versorgungssituationen gehören psychisch bedingte Erschöpfung, Arbeitsplatzangst nach langer Arbeitsunfähigkeit, chronische Anpassungsschwierigkeiten an strukturelle Veränderungen sowie Coping-Problemen bei chronischer Erkrankung.
Die Referenten beschreiben unterschiedliche Methoden zur Erfassung beruflicher Problemkonstellationen aus der Praxis. Scott Gissendanner berichtet aus der beruflich orientierten psychosomatischen medizinischen Rehabilitation mit einem Fokus auf basalen Screening-Verfahren für Gruppentherapien, Heiko Stark aus der Akutpsychiatrie mit einem Fokus auf ambulanter Gruppentherapie für ArbeitsrückkehrerInnen. Ziel ihrer Zusammenarbeit ist die Identifikation musterhafter Behandlungsstrategien für typische Problemkonstellationen. Dabei wird unter anderem berücksichtigt, wie bislang funktionale Glaubenssätze und Lebensentwürfe durch neue berufliche Anforderungen infrage gestellt werden und wie die erlebte Sinnhaftigkeit des beruflichen Lebens verloren geht.
Referent*in
Prof. Dr. Scott Gissendanner, Qualitätsmanager und Rehabilitationsforscher, Berolina Klinik, Löhne und apl. Prof. an der Georg-August-Universität Göttingen
Dipl.-Psych. Heiko Stark, Psychologischer Psychotherapeut, Burghof-Klinik, Rinteln
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