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Prävention und Therapie von Beziehungsstörungen 12. November 2019 | 18:30 Uhr - 19:45 Uhr

Viele Familien sind von Auflösung bedroht: über 40 % der Ehen enden in Deutschland in Scheidung. Häufig gehen Partnerkonflikte mit körperlicher Gewalt gegenüber dem Partner und den Kindern und vielfältigen psychischen und physischen Störungen einher. Im Rahmen einer Psychotherapie kann ein strukturiertes und zeitlich begrenztes Programm den Paaren helfen zu lernen, gegenseitige Gefühle und Wünsche angemessen auszudrücken, einander verstehend zuzuhören und Probleme und Meinungsverschiedenheiten zu lösen. Ziel ist es, die Kompetenz eines Paares zu fördern, mit Konflikten und Beziehungskrisen flexibler und konstruktiver umzugehen und ihre Erwartungen hinsichtlich ihrer erotischen und sexuellen Begegnung zu äußern.

Kommunikation und Verständnis – Akademie-Vorlesungen im Schloss

Kommunikation ist heutzutage ein Allerweltswort: von der unmittelbaren sprachlichen Begegnung zweier Menschen bis zum elektronischen Informationsaustausch über den ganzen Globus hinweg. Wie aber ist es mit der gegenseitigen Verständigung? Geht es um reine Datenübermittlung über feststellbare Sachverhalte? Geht es um die Gleichschaltung paralleler Prozesse über unterschiedliche Entfernungen hinweg aus dem Nano- bis in den kosmischen Makrobereich? Wie ereignet sich Kommunikation zwischen Menschen gleicher oder einander fremder Sprachen? Vollzieht sie sich nur auf der sprachlichen Ebene? Ist Kommunikation stets mit Verständigung verbunden? Kommunikation und Verständigung sind nicht gleichzusetzen. Beide Möglichkeiten menschlicher Beziehung ereignen sich nicht nur sprachlich sondern auch non-verbal emotional, leiblich-haptisch, mimisch und gestisch. Wie kommunizieren Menschen und Tiere miteinander und wie verständigen sich Tiere untereinander?

Über die sprachliche Kommunikation hinaus ist auch die von der Technik mitgeprägte Lebenswelt des Menschen nicht denkbar ohne das kooperative, auf Kommunikation gestützte Miteinander von Mensch und Maschine, von Mensch und Roboter. Das ist nicht nur mittels der unmittelbaren Nutzung technischer Handwerkszeuge möglich. Es bedarf der konkret und virtuell vermittelten Information und Koaktion in globaler Vernetzung.

Bleibt die Frage, ob die scheinbare Verselbständigung von technischer inkl. elektronischer Kommunikation nicht die bis in die selbsterlebte Leiblichkeit des Menschen reichende emotionale und existenzielle Dimension von Verständigung aus den Augen verliert. Verständigung ist mehr als Informationsaustausch. Wo immer Leben beteiligt ist am Prozess der Interaktion, geht es auch um nicht konkret Fassbares.

Die uns umspannenden Formen von Kommunikation und Verständigung zeigen vielfältige Aspekte, die den Menschen und seine Lebenswelt prägen, die auch um seiner selbst willen wert-orientiert reflektiert werden müssen.

Die geplante Reihe der Akademie-Vorlesungen im Schloss 2019 unter dem Thema „Kommunikation und Verständigung“ wird aus der Sicht verschiedener Natur-, Technik- und Geisteswissenschaften die Vielfalt deutlich machen.

Referent/in

Prof. em. Dr. Kurt Hahlweg, Institut für Psychologie, Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik, TU Braunschweig, BWG-Mitglied

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