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Die Zahnbehandlungsphobie – verschiedene Perspektiven auf eine unterschätzte psychische Erkrankung 14. Juni 2022 | 17:00 Uhr - 18:30 Uhr

Die Zahnbehandlungsphobie lässt sich den Angststörungen zuordnen und tritt somit vergleichsweise häufig auf. Betroffene leiden nicht nur unter der Angst an sich, sondern auch an assoziierten Beanspruchungsfaktoren, wie beispielsweise einer verringerten (mund-)gesundheitsbezogenen Lebensqualität und/oder einem beeinträchtigten Zahnstatus. Aber auch Interaktionspartner, wie behandelnde ZahnärztInnen, sind durch die psychische Erkrankung betroffen, wie beispielsweise durch Einschränkungen im Praxisalltag.

Bei der genaueren Analyse der Zahnbehandlungsphobie ergeben sich demnach zwei Perspektiven: die Perspektive der Betroffenen sowie die zahnärztliche Perspektive. Die Betrachtung beider Perspektiven ermöglicht ein tieferes Verständnis für die Besonderheiten dieser Erkrankung sowie die Entwicklung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen. Von Relevanz sind dabei die Ausbildungsmöglichkeiten von ZahnärztInnen, da beispielsweise Kommunikationsfertigkeiten oder Trainings zum Umgang mit bestimmten Patientengruppen bisher nur wenig im Curriculum der Zahnmedizin integriert sind.

Zudem spielt die Entwicklung und wissenschaftliche Evaluation von psychotherapeutischen Interventionen zur Behandlung der Zahnbehandlungsphobie eine Rolle. Bisherige Forschungsergebnisse bestätigen die Wirksamkeit verhaltenstherapeutischer expositionsbasierter Therapien. Da es jedoch eine Reihe von Betroffenen gibt, die von dieser Behandlung nicht profitieren, sollten alternative Behandlungsmöglichkeiten untersucht werden. Einige Studien konnten bereits Wirksamkeitshinweise für die Motivierende Gesprächsführung erbringen. Diese Methode würde sich zudem als Erweiterung des Curriculums der Zahnmedizin eignen.

Vortrag unter https://webconf.tu-bs.de/anj-n5t-zzt-zio

Referent*in

Dr. Nora Buhrow, Institut für Psychologie, TU Braunschweig

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