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Diabetes und Psyche 7. Juli 2021 | 17:00 Uhr - 18:30 Uhr

Schätzungsweise 8 Millionen Menschen sind in Deutschland aktuell an Diabetes mellitus erkrankt, bei einer hohen Dunkelziffer (vermutlich 2 Millionen). Pro Jahr kommen fast 800.000 Betroffene hinzu. 90-95% leiden an Diabetes Typ 2 – 5-10% an Diabetes Typ 1, einer Autoimmunerkrankung. Für Typ 2 werden Veranlagung sowie Übergewicht und Bewegungsmangel als die wichtigsten Verursacher genannt. Im Jahr 2011 weist die WHO darauf hin, dass „immer mehr Menschen…aufgrund ihrer Lebensgewohnheiten Gefahr (laufen) an Typ-2-Diabetes zu erkranken.“ Bei einer Behandlung wird primär auf die Bereiche Ernährungsumstellung und Gewichtreduktion verwiesen. Zudem wird auf den Einfluss von Stress auf den Blutzuckerspiegel hingewiesen, den (nicht nur, aber vor allem) Diabetiker vermeiden sollen.

Aber so einfach wie diese Empfehlungen oft ausgesprochen werden, ist deren Umsetzung leider nicht. Wir wissen aus der Ernährungspsychologie, dass die Ernährungsweise ein recht stabiles Verhaltensmuster aufweist und nur schwer zu verändern ist. Auch wird Stress individuell erlebt, und nicht selten löst der Umgang mit Diabetes selbst Angst und Stress aus. Es gibt empirische Untersuchungen, die belegen, dass es unterschiedliche Ausprägungen von Angst gibt, die mit dem Diabetes zusammenhängen. Zudem ist wissenschaftlich belegt, dass Diabetes mit depressiven Verstimmungen einhergehen kann.

Demzufolge sollten in der Behandlung von Diabetes, die letztlich in ihrer Wirkung unmittelbar mit der Complience der Betroffenen einhergeht, auch die psychischen Einflussfaktoren und individuellen Lebenssituationen berücksichtigt werden.

Referent*in

Prof. Dr. Werner Merkle

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