Wissenschaftskommunikation am Limit In Kooperation mit Universum Filmtheater zeigt TU Braunschweigs Science and Art Lab Covid19-Dokumentarfilm mit anschließender Diskussion
Das Science and Art Lab der Technischen Universität Braunschweig lädt gemeinsam mit dem Universum Filmtheater am Montag, dem 20. April 2026, um 19 Uhr zu einem besonderen Filmabend ein. Gezeigt wird der Schweizer Dokumentarfilm „Blame“. Regisseur Christian Frei beschreibt hier aus Sicht von drei Forschenden, was es bedeutet im Zentrum einer globalen Debatte zu stehen, in der wissenschaftliche Evidenz und komplexe Sachverhalte auf eine von Spekulationen, Verschwörungstheorien und Desinformationen geprägte mediale Landschaft prallen. In einer anschließenden Podiumsdiskussion ordnen die beiden Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Melanie Brinkmann und Prof. Dr. Monika Taddicken das Gesehene ein – sowohl vor dem Hintergrund ihrer Forschungstätigkeiten als auch eigener Erfahrungen mit Desinformation.
Während der globalen Covid19-Pandemie rückte die Bedeutung der Wissenschaftskommunikation in den Mittelpunkt öffentlicher Debatten: Zu Beginn suchten Politik und Medien verstärkt den Rat von Forschenden, im weiteren Verlauf jedoch sahen sich viele Expert*innen mit unbegründeten Spekulationen und Verschwörungstheorien konfrontiert. Einige wurden aufgrund der großen medialen Aufmerksamkeit während der Pandemie gar zur Zielscheibe von Schuldzuweisungen und gezielter Diffamierung.
Der Oscar-nominierte Schweizer Filmemacher Christian Frei beleuchtet in seinem Dokumentarfilm „Blame – Bats, Politics and a Planet Out of Balance“ die Arbeit der Fledermaus-Virenforscherin Linfa Wang, der Virologin Zhengli Shi und des Zoologen Peter Daszak. Frei setzt dabei die methodische Langzeitforschung der Wissenschaftler*innen in Kontrast zu Medienschlagzeilen, politischen Anschuldigungen und Spekulationen in sozialen Medien.
Im Anschluss an die Vorführung ordnen zwei Wissenschaftlerinnen der TU Braunschweig, Prof. Dr. Melanie Brinkmann, und Prof. Dr. Monika Taddicken, den Film wissenschaftlich ein. Prof. Melanie Brinkmann ist Virologin an der TU Braunschweig und am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung sowie ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Corona-Expertenrats der Bundesregierung. Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Monika Taddicken erforscht unter anderem die Verbreitung und Wahrnehmung wissenschaftlicher Informationen im Kontext der Covid19-Pandemie. Beide beleuchten in einer Podiumsdiskussion die im Film dargestellten Desinformationsstrategien in (sozialen) Medien sowie den damit verbundenen Vertrauensverlust in wissenschaftliche Institutionen. Dabei sprechen sie auch über ihre eigenen Erfahrungen mit medialer Aufmerksamkeit.
„Der Dokumentarfilm BLAME zeigt eindrucksvoll, wie stark das Vertrauen in die Wissenschaft während der Pandemie gelitten hat – zumindest in Teilen der Gesellschaft,“ so die beiden Leiterinnen des Science and Art Labs, Henrike Wenzel und Jule Hillgärtner. „Im direkten Gespräch mit Prof. Melanie Brinkmann und Prof. Monika Taddicken möchten wir rückblickend die Pandemie und die damit verbundenen medialen Strategien kritisch in den Blick nehmen. Außerdem geht es uns darum, Publikum und Wissenschaftler*innen in Dialog zu bringen. Die Plattform für diesen Austausch zu bieten, ist eine der Kernaufgaben des Science and Art Lab.“
