10.05.2017 | Presseinformationen:

Godzilla-Meerechse auf den Galápagos-Inseln entdeckt Bedrohte Meerechse neu klassifiziert und besser geschützt

(See english Version below)

Fünf bisher nicht bekannte Unterarten von Galápagos-Meerechsen entdeckte ein Team aus ecuadorianischen und europäischen Forscherinnen und Forschern um Dr. Sebastian Steinfartz vom Zoologischen Institut der Technischen Universität Braunschweig. Darunter auch Amblyrhynchus cristatus godzilla, die dem Kino-Monster Godzilla ähnlich sieht. Das Internationale Forschungsteam untersuchte die genetische Diversität der Meerechsen im gesamten Galápagos-Archipel und klassifizierte sie in elf verschiedene Unterarten. Die so genannte neue Taxonomie ermöglicht einen besseren Artenschutz der Meerechsen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Zoological Journal of the Linnean Society.

„Bad taxonomy can kill“ oder „Wir können nur schützen, was wir kennen“ ist unter Wissenschaftlern und Naturschützern ein bekanntes Problem für bedrohte Arten und meint den Verlust von genetischer Diversität einer Art durch nicht bekannte und klassifizierte Unterschiede auf dem Niveau von Populationen innerhalb einer Art. “Wir waren sehr überrascht, dass die Einstufung des Gefährdungszustands einer so markanten und bedrohten Art durch die International Union for Conservation of Nature (IUCN) als weltweit führende Naturschutzorganisation auf einer völlig veralteten Taxonomie beruhte” erklärt Steinfartz.

In einer aktuellen Studie im Zoological Journal of the Linnean Society haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun eine neue Taxonomie der Meerechse veröffentlicht. Hierzu verglichen sie das Genom und die Morphologie aller bekannten Inselpopulationen und konnten insgesamt elf verschiedene Unterarten der Meerechse klassifizieren. Bei fünf Unterarten handelt es sich um Populationen, deren genetische Besonderheiten bisher noch nicht entdeckt und beschrieben worden waren. “Es war erstaunlich, dass beim näheren Hinschauen viele der Inselpopulationen sich von ihren Nachbarpopulationen deutlich unterschieden” erklärt Dr. Aurelien Miralles vom Naturhistorischen Museum in Paris und ergänzt: “wahrscheinlich wäre Charles Darwin den Meerechsen mit größerem Respekt entgegen getreten, wenn er gewusst hätte wie gut sich ihre Diversität mit Prozessen der Evolution in Einklang bringen lässt”.

Die am stärksten differenzierten und gleichzeitig auch am stärksten bedrohten Meerechsen fanden die Forscher im Nord-Osten von San Cristobal, einer der ältesten Inseln des Archipels. Um die Besonderheit und Schutzwürdigkeit dieser Population zu unterstreichen, nannten sie diese Unterart Godzilla-Meerechse (Amblyrhynchus cristatus godzilla) in Anlehnung an das berühmte Kino-Monster Godzilla, dessen Kreation und Gestaltung wohl maßgeblich durch Meerechsen inspiriert worden ist. Für Forscherinnen und Forscher steht es außer Frage, dass die Meerechse als Art in ihrem Bestand bedroht ist. Hauptgründe hierfür stellen verwilderte Katzen, Ölverschmutzung des marinen Lebensraums durch wiederholte Tankerhavarien und der Bau von Hotelanlagen im unmittelbaren Bereich der Küsten dar.

Mit der neuen Taxonomie für die Meerechsen ist es nun viel besser möglich, die Einzigartigkeit der verschiedenen Inselpopulationen hervorzuheben und in Zukunft zu schützen. Nur wenn die gesamte genetische Diversität der Meerechse in Form ihrer einzelnen Unterarten erhalten bleibt, kann diese Art auf Dauer überleben. „Wir hoffen sehr stark und werden uns auch dafür einsetzen, dass die neue Taxonomie die Grundlage für einen besseren Schutz dieser einzigartigen Tierart haben wird“, resümiert Steinfartz.


Godzilla marine iguana discovered on Galapagos

Conservation of threatened iconic marine iguanas improved by a new taxonomy

A team of European and Latin American scientists around Dr. Sebastian Steinfartz from the Technische Universität Braunschweig in Germany has discovered five previously not listed subspecies of the marine iguanas. Among them is the Amblyrhynchus cristatus godzilla, which was named after the fictional saurian monster Godzilla. The researchers now have revised the taxonomy of this emblematic species on the Galapagos and distinguished 11 distinct taxa of marine iguanas, classified as subspecies. The new taxonomy permits a better protection of the marine iguanas. The research results were recently published in the Zoological Journal of the Linnean Society.

“Bad taxonomy can kill” becomes a major theme for scientists and conservationists with respect to threatened species. It means the loss of genetic diversity of a species by unknown and non-classified differences at the level of populations within one species. “We were really surprised to see that world’s leading conservation organizations, such as the International Union for Conservation of Nature (IUCN), relied on a completely outdated taxonomy for such a unique and threatened species as the marine iguana” explained Steinfartz.

In a study, published in the Zoological Journal of the Linnean Society, the researchers now have revised the taxonomy of this emblematic species. Based on an intensive study of genomic and morphological characters, the scientists now distinguish 11 distinct taxa of marine iguanas, classified as subspecies. Five of these subspecies are newly discovered and described in their study. Dr. Aurelien Miralles, the leading scientist of this study from the Natural History Museum in Paris (France) states: “It was astonishing that upon closer inspection, most of the populations from different islands had significant differences in morphology and coloration when compared to their neighbors on other islands.” He adds: “Certainly Charles Darwin would have surely held these lizards in higher regard, if he had known how well their divergence matches the expectations of evolutionary theory.”

The most remarkable of the newly discovered taxa is the cryptic and highly threatened subspecies found only in the northeast of the oldest island of the archipelago, San Cristóbal. For this outstanding population, the scientists have dubbed this subspecies “the Godzilla marine iguana”(Amblyrhynchus cristatus godzilla), in honor of the fictional saurian monster Godzilla, which was in turn originally inspired by marine iguanas. As a species, marine iguanas are threatened. Many island populations are endangered by predation of feral animals, marine pollution and encroachment of urban developments, such as the building of new hotel complexes at the shore of the island of San Cristóbal.

The new system of subspecies outlined by this study will serve as a basis for conservation management units, which will enable managers to fully safeguard vital genetic diversity of distinct populations, which should ultimately aid the long-term survival of these unique creatures. Steinfartz sums up: “We hope that the new taxonomy will serve as a better protection of this unique species.”