21.03.2016 | Presseinformationen:

Energieeffizienz und Nutzerkomfort durch neues Qualitätsmanagement EU-Forschungsprojekt „QUANTUM“ nutzt den Prüfstand für Gebäudeperformance

Mehr Energieeffizienz und Nutzerkomfort und damit eine bessere Gebäudeperformance für Büro- und Geschäftsbauten wollen Ingenieurinnen und Ingenieure der Technischen Universität Braunschweig mit der Erforschung und Erprobung neuer Prozesse für das Qualitätsmanagement erreichen. Geschlossen werden soll damit eine Lücke zwischen der Konstruktion und der Inbetriebnahme von Nicht-Wohngebäuden, die allein in Deutschland ein Einsparpotential von mehr als einer Milliarde Euro Betriebskosten im Jahr aufweisen. Das am Institut für Gebäude- und Solartechnik koordinierte Projekt wird im Rahmen des „Horizon 2020“-Programmes der Europäischen Union mit rund 7 Millionen Euro gefördert.

Projektkoordinator Dr. Stefan Plesser. (Foto: IGS/TU Braunschweig)

Projektkoordinator Dr. Stefan Plesser. Foto: IGS/TU Braunschweig

„In den letzten 20 Jahren haben wir hocheffiziente Komponenten entwickelt und gelernt, integrierte Konzepte für Gebäude zu planen. Allerdings klafft heute noch eine große Lücke zwischen Planung und realem Betrieb der Gebäude. Dieses Potenzial wollen wir im Rahmen des ‚Quantum‘-Projektes gemeinsam mit 14 Partnern aus 10 europäischen Ländern erschließen“, erklärt Projektkoordinator Dr. Stefan Plesser.

Gebäude können mehr, wenn es um Energieeffizienz und Nutzerkomfort geht, so die Expertinnen und Experten für Gebäudetechnik vom IGS der TU Braunschweig. Gemeinsam mit 14 europäischen Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft erforschen und entwickeln sie Werkzeuge für ein Qualitätsmanagement der Gebäudeperformance, also der energetischen und funktionellen Leistungsfähigkeit von Nicht-Wohngebäuden. Im Bestand dieser rund zwei Millionen Gebäude in Deutschland und auch im Neubau, erklärt Plesser, liege bei den Energiekosten ein jährliches Einsparpotenzial von mehr als einer Milliarde Euro. „Eine perfekte Gebäudeperformance mit optimalen Funktionen und minimierten Kosten zu ermöglichen, ist daher das Ziel unseres Forschungsprojektes“, fasst der Ingenieur zusammen.

Auch in Gebäuden hat die IT das Kommando übernommen – Mit dem Prüfstand für Gebäudeperformance wird getestet, ob Gebäude in der Praxis auch wie geplant funktionieren. (Foto: IGS/TU Braunschweig)

Auch in Gebäuden hat die IT das Kommando übernommen – Mit dem Prüfstand für Gebäudeperformance wird getestet, ob Gebäude in der Praxis auch wie geplant funktionieren. Foto: IGS/TU Braunschweig

Das Problem der Gebäude und ihrer Leistungsfähigkeit sei kein Mangel an hocheffizienter Technik, erläutert der Projektkoordinator. Es bestehe eine Lücke zwischen den theoretischen Planungen und der tatsächlichen Umsetzung beim Bau und Betrieb der Gebäude. Hier möchte das europäische Projektteam ansetzen und das noch bestehende Einsparpotenzial ausschöpfen. Zum Einsatz kommen dafür vor allem vernetzte Gebäudetechnik und digitale Messinstrumente und Werkzeuge, wie etwa der in Braunschweig entwickelte digitale Prüfstand für Gebäudeperformance. Erprobt werden die neuen Werkzeuge an europaweit rund 20 Gebäuden, darunter auch Gebäude im Bestand der TU Braunschweig. Beteiligt ist auch die synavision GmbH. Das Startup, gegründet vom Forschungsteam des IGS, stellt die Softwareplattform für das Projekt.

Zum Forschungsprojekt „Quantum – Quality Management for Building Performance“

Das Forschungsprojekt „Quantum – Quality Management for Building Performance“ zur Erforschung von Qualitätsmanagement-Werkzeugen für die Gebäudeperformance wird vom Institut für Gebäude- und Solartechnik, Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch, der Technischen Universität Braunschweig geleitet. An dem Projekt beteiligt sind zudem die Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens in Trondheim, die Tschechische Technische Universität Prag und die Technische Universität Mailand sowie Unternehmen aus Belgien, Tschechien, Österreich, Dänemark, Griechenland, den Niederlanden, Lettland, Großbritannien, Italien und Deutschland. Gefördert wird Projekt von Januar 2016 bis Dezember 2019 im Rahmen des Forschungsrahmenprogrammes „Horizon 2020“ der Europäischen Union mit einer Summe von sieben Millionen Euro.