22.03.2017 | Magazin:

Weltwassertag: Forschungsprojekt „HypoWave“ Aufbereitetes Wasser in der Landwirtschaft wiederverwenden

Zu wenig, zu viel oder zu verschmutzt – das sind die drei größten Probleme die es mit Wasser auf der Erde gibt. Der Weltwassertag der Vereinten Nationen am 22. März macht auf diese Probleme und auf die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung aufmerksam. In vielen verschiedenen Projekten arbeiten auch Forscherinnen, Forscher und Studierende der Carolo-Wilhelmina an diesen Themen. Einige von ihnen direkt vor der Haustür.

Professor Thomas Dockhorn vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft führt seine Arbeit an der Lösung des Wasserproblems oft nach Wolfsburg. Genaugenommen zur Kläranlage Hattdorf. Er koordiniert eines von 13 Projekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit erforscht und entwickelt. So entsteht auf der Kläranlage der Wolfsburger Entwässerungsbetriebe ein ganz besonderes Gewächshaus mit angeschlossener eigener Wasseraufbereitung: Die Pilotanlage ist Bestandteil des „HypoWave“-Forschungsprojektes, das die Wiederverwendung von speziell aufbereitetem Abwasser für die Landwirtschaft untersucht und entsprechende Verfahren entwickelt.

Auf dem Gelände der Kläranlage Hattdorf entsteht die rund 150 Quadratmeter große Pilotanlage (Bildnachweis: Thomas Dockhorn/TU Braunschweig).

Errichtet wurde das Gewächshaus von den Projektpartnerinnen und -partnern der Universität Hohenheim (Bildnachweis: Thomas Dockhorn/TU Braunschweig).

Eine der ersten hydroponischen Linien im neuen Gewächshaus (Bildnachweis: Thomas Dockhorn/TU Braunschweig).

Ozonierungsanlage zur Elimination von organischen Spurenstoffen vom Projektpartner Firma Xylem (Bildnachweis: Thomas Dockhorn/TU Braunschweig).

Ein Biofilter zur Elimination von organischen Spurenstoffen vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der TU Braunschweig Bildnachweis: Thomas Dockhorn/TU Braunschweig).

Hypo-Wave-Pilotanlage mit Gewächshaus und den abwassertechnischen Behandlungsanlagen (Bildnachweis: Thomas Dockhorn/TU Braunschweig).

Auf 150 Quadratmetern wird zunächst Spinat angebaut werden und auch das geschieht auf eine besondere Art und Weise. Denn bewässert wird er nicht mit der Gießkanne. Das Gewächshaus wird ein hydroponisches Pflanzenproduktionssystem beherbergen. Der Spinat wird also nicht wie im Garten in die Erde gepflanzt, sondern wächst in einer wässrigen Nährlösung. Das allein spart Wasser und außerdem Dünger und Pestizide und erhöht zudem den Ertrag. Der Braunschweiger Experte für Siedlungswasserwirtschaft arbeitet zusammen mit weiteren Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis daran, dass das Wasser für dieses System aus Abwasser gewonnen werden kann.

Dafür werden in der Pilotanlage zahlreiche Versuche durchgeführt werden. Einerseits gilt es, das Abwasser von Schadstoffen wie Schwermetallen, organischen Spurenstoffen und Krankheitserregen zu reinigen. Anderseits sollen wertvolle Nährstoffe erhalten bleiben oder dem Wasser beigegeben werden. Wie dies gelingen kann, untersuchen Thomas Dockhorn und seine Kolleginnen und Kollegen in den kommenden drei Jahren in Wolfsburg und mit weiteren Fallstudien in Deutschland und in Europa. Für die Landwirtschaft könnte dann behandeltes Abwasser zur Erhöhung des Wasserangebots dienen und möglicherweise einen Beitrag dazu zu leisten, Trinkwasser zu schonen und verschmutztes Wasser ressourceneffizient aufzubereiten.