Transatlantischer Chemie-Austausch Erfolgreich studieren über Grenzen hinweg: TU Braunschweig und University of Utah
Seit vielen Jahren kooperiert der Studiengang Chemie der Technischen Universität Braunschweig eng mit dem Department of Chemistry der University of Utah. Während anfangs vor allem Braunschweiger Studierende nach Salt Lake City aufbrachen, hat sich der Austausch inzwischen in beide Richtungen dynamisch entwickelt. Dank des unermüdlichen Engagements der beteiligten Professorinnen und Professoren steigt das Interesse transatlantischer Studierender für einen Aufenthalt in Braunschweig genauso wie für ein Semester in Utah. Und in einem Fall führte der Weg von Salt Lake City über Braunschweig nach Stanford.

Professor Jomo Walla mit Studierenden aus Utah und Braunschweig. Bildnachweis: TU Braunschweig/Anika Stegeman
TU Braunschweig-Studierende verbringen ein Semester an der University of Utah. Dort belegen sie Kurse auf Doktorand*innenniveau und arbeiten an hochaktuellen Forschungsprojekten mit. Alle Leistungen werden vollständig an der TU Braunschweig anerkannt, sodass das Auslandssemester nahtlos ins Studium integriert ist.
Im Gegenzug erhalten Studierende aus Salt Lake City die Gelegenheit, für elf Wochen aktiv in Braunschweiger Arbeitsgruppen mitzuwirken. Sie übernehmen hier eine forschungsnahe Rolle, vergleichbar mit Doktorandinnen und Doktoranden, und arbeiten unter Anleitung eines Gruppenleiters an aktuellen Projekten. Dabei profitieren sie von modern ausgestatteten Laboren, bringen eigene Ideen ein und können – je nach Fortschritt – sogar als Mitautorinnen oder Mitautoren an wissenschaftlichen Publikationen teilnehmen.
Von der TU Braunschweig zur Stanford University
Julia Clista Galecki hat als Studentin der University of Utah am Austauschprogramm teilgenommen und berichtet von ihren Eindrücken: „Im Labor für biophysikalische Chemie bei Professor Jomo Walla habe ich von Beginn an umfangreiche praktische Forschungserfahrungen gesammelt. Ich lernte modernste Techniken und tauchte in ein neues Forschungsfeld ein: Wir untersuchten, wie Pflanzen Sonnenlicht sammeln und entwickelten darauf aufbauend künstliche molekulare und nanopartikuläre Lichtsammelsysteme zur Effizienzsteigerung von Photovoltaikanlagen.“
„Meine Erfahrungen in Braunschweig waren wirklich unvergesslich und haben mir Türen zu Möglichkeiten geöffnet, die ich sonst nie gehabt hätte.“
Mittlerweile ist sie Doktorandin an der Stanford University und ist überzeugt, dass ihr Forschungsaufenthalt an der TU Braunschweig einen entscheidenden Boost gab: „Die außergewöhnliche Betreuung und Anleitung durch Jomo und meine anderen Labormitglieder an der Technischen Universität Braunschweig halfen mir, eine internationale Perspektive mit meiner lokalen zu verbinden, was mir eine einzigartigere Sichtweise und ein tieferes Verständnis verschaffte, als ich mich bei Stanford und für das Forschungsstipendienprogramm für Graduierte der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF-GRFP) bewarb. Ich bin fest davon überzeugt, dass meine Forschungserfahrung an der Technischen Universität Braunschweig ein entscheidender Faktor dafür war, dass ich das NSF-GRFP erhalten habe und an der Stanford University angenommen wurde, Meine Erfahrungen in Braunschweig waren wirklich unvergesslich und haben mir Türen zu Möglichkeiten geöffnet, die ich sonst nie gehabt hätte.“
Netzwerken und persönliche Erlebnisse
„Neben der Forschung habe ich Freundschaften fürs Leben geknüpft,“ erzählt Clista.
Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Braunschweiger Labor erkundete sie den Brocken im Harz, probierte das beste Eis der Löwenstadt, lernte Tamburello spielen und unternahm einen Ausflug in die Hansestadt Lübeck. Solche Erlebnisse fördern interkulturelles Verständnis und schaffen Netzwerke, die weit über das Studium hinausreichen.
Das Austauschprogramm zwischen der TU Braunschweig und der University of Utah hat sich zu einem lebendigen, bilateralen Format entwickelt. Interessierte Studierende können sich bereits jetzt für das akademische Jahr 2027 bewerben – denn auch in Zukunft gilt: Der gemeinsame Austausch in Forschung und Lehre verbindet und inspiriert.
