9. Februar 2026 | Magazin:

Internationale Zusammenarbeit in der Zellstoffwechsel-Forschung Doktorandin berichtet über Aufenthalt in Kanada

Im Januar hatte die Doktorandin Hanna Willenbockel für zwei Wochen die Gelegenheit, Forschung und Arbeitsalltag in Vancouver, Kanada, kennenzulernen. Im Rahmen eines durch Erasmus+ geförderten Weiterbildungsaufenthalts (Erasmus+ KA171, Personalmobilität zu Weiterbildungszwecken) reiste sie an das BC Children’s Hospital Research Institute, wo sie in der Arbeitsgruppe von Prof. Seth Parker neue wissenschaftliche Methoden erlernte und wertvolle internationale Forschungserfahrung sammelte.

Doktorandin Hanna Willenbockel am SURFE2R. Bildnachweis: Hanna Willenbockel/TU Braunschweig

Kanada hat mich von Anfang an wärmstens willkommen geheißen – mit ungewöhnlich sonnigem Wetter. So konnte ich auf dem Weg zum Labor den Blick auf die Berge genießen, die Vancouver umgeben, wie den Grouse Mountain und Mount Seymour. Allein schon für den Ausblick ist Vancouver eine Reise wert. Aber natürlich war ich nicht allein deshalb in Kanada, sondern auch um mich weiterzubilden. Im Parker Lab beschäftigen sich Forschende unter anderem mit Transportproteinen sowie mit der Frage, wie der Transport von Metaboliten bzw. Stoffwechselprodukten funktioniert – auch bei Krankheiten wie beispielsweise Krebs. Mit meiner Forschung im Metabolismus zum NaCT war ich also am richtigen Ort. NaCT ist ein Protein, das Citrat in Zellen transportiert, insbesondere in Leber, Gehirn und Hoden. Die Untersuchungen können Hinweise auf Behandlungen von Adipositas und Typ-2-Diabetes geben.

Eines meiner Hauptziele war es, den Umgang mit dem SURFE2R zu lernen, einem Gerät, mit dem man die Aufnahme von Metaboliten durch einen Transporter messen kann.

Aber natürlich ging mein Besuch über das Technische hinaus. Vor allem habe ich auch die Menschen vor Ort kennengelernt und mich mit ihnen ausgetauscht. Es war spannend, mit den anderen Doktorand*innen darüber zu sprechen, wie sich unser Studium und auch das Leben als Doktorand*innen unterscheidet. Immerhin machen die meisten in Kanada über fünf Jahre ihren Doktor, absolvieren aber dafür häufig kein gesondertes Masterstudium.

Auch privat konnten wir uns gut unterhalten; tatsächlich hat es geklappt, das gesamte elfköpfige Laborteam für ein Essen an den Tisch zu bekommen. Wobei viel gelacht wurde und einige Vorurteile sowohl gegenüber Deutschen als auch Kanadiern ausgeräumt wurden. Obwohl einige auch bestätigt wurden, zum Beispiel, dass Kanadier im Durchschnitt tatsächlich recht höflich sind und wir Deutschen unser Brot lieben.

Insgesamt kann ich sagen, dass meine Reise nach Vancouver eine fantastische Erfahrung war. Ich habe eine Menge gelernt, viele tolle Sachen gesehen und wirklich viele nette Menschen kennengelernt. Und ich freue mich schon sehr auf den baldigen Gegenbesuch.

Blick von Vancouver aus über Meereskarm. Bildnachweis: Hanna Willenbockel/TU Braunschweig

P.S.: Natürlich hatte ich auch etwas Zeit zum Sightseeing. Falls man mal nach Vancouver kommt, kann ich wärmstens den Public Market auf Granville Island zum Souvenirshopping empfehlen. Außerdem ist der Stanley Park ein wunderschöner Flecken Natur und von der Sea Wall, die entlang der Parkgrenze verläuft, hat man einen tollen Blick auf die Skyline der Stadt.

Text: Hanna Willenbockel