25.01.2019 | Magazin:

Gekühlt, nicht geschüttelt Gratis frisches Trinkwasser in der Bibliothek durch das Projekt HydroViel

Das erste Wasser ist gezapft. Seit dem 22. Januar steht in der Universitätsbibliothek ein Wasserspender, mit dem sich Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Getränk gratis abfüllen und ganz nebenbei noch den Plastikmüll reduzieren können. HydroViel heißt das Projekt, das vom Sandkasten-Team und der Greenpeace-Hochschulgruppe realisiert wurde.

Das Geheimnis wird gelüftet: Nicola Eberhardt und Leopold Banach von der Greenpeacer-Hochschule packen gemeinsam mit Professorin Susanne Robra-Bissantz, Leiterin des Sandkasten-Teams, und Katrin Stump, Leiterin der Universitätsbibliothek, das HydroViel-Paket aus. Bildnachweis: Kristina Rottig/TU Braunschweig

Der Wasserspender ist keiner dieser üblichen Plastikbehälter, die in vielen Büros stehen und immer wieder ausgetauscht werden müssen. Dem HydroViel-Team war die Nachhaltigkeit des Projekts besonders wichtig. Deshalb kommt das Wasser direkt aus der Leitung, aber über einen Filter aufbereitet. So kann das Getränk auch in zwei unterschiedlichen Temperaturen abgefüllt werden – gekühlt oder ungekühlt. Wer keine eigene Flasche dabei hat, kann gegen eine Spende eine Mehrwegflasche verwenden, die im HydroViel-Schrank lagern.

Mehr Lebensqualität

Durch die neue Errungenschaft müssen Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Flaschen nicht mehr unter den Wasserhahn auf der Toilette schieben. „Das ist tatsächlich ein Problem, über das uns auch von vielen anderen Universitäten berichtet wurde“, erzählt Professorin Susanne Robra-Bissantz, die das Sandkasten-Team leitet. Sie freut sich, dass das Projekt nach langer Vorbereitungszeit erfolgreich umgesetzt werden konnte.

Lecker! Nicola Eberhardt und Leopold Banach von der Greenpeace-Hochschulgruppe zapfen das erste Wasser. Zur Eröffnung gab’s noch Brause dazu. Bildnachweis: Kristina Rottig/TU Braunschweig

Die ursprüngliche Idee dazu stammt von einem Team um Oliver Kern. „Wir haben damals überlegt, wie wir die Lebensqualität an der Uni verbessern können“, sagt Kern, der an der TU Braunschweig Wirtschaftsingenieurwesen studiert und ein Start-up gegründet hat. „Wir wollten, dass die Studierenden ihre Flaschen nicht unter einem normalen Wasserhahn auffüllen müssen, Geld sparen und kurze Wege haben. Und: Leitungswasser hat in Deutschland eine sehr gute Qualität.“ Beim ersten Testlauf in der Universitätsbibliothek zapfte das Team innerhalb eines Tages 65 Liter Wasser und verkaufte 24 Pfandflaschen.

Im HydroViel-Schrank lagern Mehrwegflaschen, die gegen eine Spende benutzt werden können. Bildnachweis: Kristina Rottig/TU Braunschweig

Ein Schrank für den Wasserspender

Im vergangenen Jahr übernahm die Greenpeace-Hochschulgruppe HydroViel. „Das Projekt passt sehr gut zur Idee von Greenpeace“, so Leopold Banach. Zusammen mit Nicola Eberhardt und Sandkasten-Mitgliedern bauten sie im Protohaus den Schrank für den Wasserspender, der in seiner Wabenstruktur wiederverwendbare Flaschen aufbewahrt. „Wir können uns vorstellen, noch weitere HydroViel-Schränke aufzustellen, zum Beispiel in der Mensa“, so Leopold Banach. „Jetzt wissen wir, wie es geht. Doch benötigen wir beim nächsten Mal mehr Leute, die mithelfen.“

Für die Wasserversorgung in der Universitätsbibliothek ist jedenfalls gesorgt. „Lernen macht durstig“, sagt Katrin Stump, Leiterin der Universitätsbibliothek. Mit dem neuem Wasserspender sei der Erfolg bei den Klausuren gesichert.