31.01.2019 | Magazin:

Erste Hilfe beim Publizieren Verlängerung des Open-Access-Publikationsfonds

Das Publizieren eines wissenschaftlichen Artikels in einer Open-Access Zeitschrift ist mit Kosten verbunden. Die Universitätsbibliothek  der Technischen Universität Braunschweig unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem Publikationsfonds finanziell bei der Veröffentlichung in solchen Zeitschriften. Wir haben Carsten Elsner, Leiter des Referats Digitale Bibliothek und Publikationsservices, getroffen und mit ihm über die Verlängerung des Fonds und seine Bedeutung für Forschende gesprochen.

Zu sehen ist Carsten Elsner vor der Universitätsbibliothek.

Carsten Elsner ist Open-Access Koordinator der Universitätsbibliothek. Bildnachweis: Anna Krings/TU Braunschweig

Der Publikationsfonds unterstützt sogenannte Open-Access-Publikationen. Was versteht man darunter?
Open-Access-Publikationen stehen für jeden kostenlos, weltweit und jederzeit im Internet zur Verfügung und bieten damit einen freien Zugang zu den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung. Entstanden ist die Open-Access-Bewegung als Gegenmodell zu den permanenten Preissteigerungen kostenpflichtiger Zeitschriftenabonnements. Auch wir als Universitätsbibliothek zahlen kostenintensive Lizenzen, damit die Forschenden der TU Braunschweig auf Artikel zugreifen können – auch auf ihre eigenen. Bei Open-Access erhalten Verlage so genannte „Article Processing Charges“, die die Kosten rund um den Publikationsprozess abdecken. Danach stehen die Artikel frei im Internet zur Verfügung.

Welche Vorteile haben Open-Access-Publikationen und warum sind sie so wichtig?
Durch Open-Access sind wissenschaftliche Informationen nach dem Veröffentlichen für jeden nutzbar und das ist ein Gewinn für alle. Dadurch werden die Verbreitung von Forschungsergebnissen und der Wissenstransfer immens beschleunigt. Außerdem wird niemand ausgeschlossen, der sich einen kostenpflichtigen Zugang nicht leisten kann. Die Urheberrechte bleiben natürlich bei den Autoren und Autorinnen. Mithilfe von Creative Commons Lizenzen können diese genau festlegen, was mit ihrer Publikation gemacht werden kann. Beispielsweise kann man festlegen, dass jeder den Artikel unter Autor- bzw. Autorinnenangabe nutzen kann, aber dass ein kommerzieller Verlag, der den Artikel in einem Buch veröffentlichen will, vorher nachfragen muss.

Was ist der Open-Access-Publikationsfonds und wofür wird er genutzt?
Der Open-Access Publikationsfonds wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Die Universitätsbibliothek hat die Unterstützung erstmals für die Förderphase 2017/18 erhalten. Jetzt wurde der Publikationsfonds um zwei Jahre verlängert. Für den Zeitraum 2019 und 2020 stehen uns 190.000 Euro mit einem Eigenanteil von 40 Prozent zur Verfügung. Mit diesem Geld unterstützen wir Forschende der TU Braunschweig, die Artikel in Open-Access-Journals veröffentlichen und übernehmen die Publikationskosten. Auf diese Weise wurden in den letzten beiden Jahren insgesamt 117 Publikationen mit einem durchschnittlichen Betrag von 1.077 Euro pro Publikation gefördert.

Welche Voraussetzungen müssen Publikationen haben, damit sie gefördert werden?
Die Antragsstellenden müssen Angehörige der TU Braunschweig sein. Es muss sich um eine Erstpublikation in einer qualitätsgesicherten (peer-review), reinen Open-Access Zeitschrift handeln. Außerdem dürfen die Publikationskosten 2.000 Euro Brutto nicht übersteigen. Sollten die Kosten doch einmal höher liegen, beraten wir Autoren und Autorinnen bei den Nachverhandlungen.

Wie kann man eine Förderung beantragen und wie geht es dann weiter?
Das ist ganz einfach: Wir bieten ein Webformular auf unserer Webseite an, das notwendige Informationen abfragt und in zwei Minuten ausgefüllt ist. Es ist uns wichtig, dass der Antragsprozess für die Forschenden schnell und unbürokratisch ist. Der Antrag kann zu jeder Zeit des Publikationsprozesses gestellt werden. In manchen Fällen ist sogar eine rückwirkende Förderung möglich. Die eingehenden Anträge werden von einem Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsbibliothek bearbeitet. Neben der Einhaltung der DFG-Regularien wird auch geprüft, ob es sich um ein vertrauenswürdiges Journal handelt. Das Thema Predatory Publishing bzw. Fake Journals ist seit letztem Jahr sehr in den Fokus gerückt. Wenn wir eine Zeitschrift nicht eindeutig als qualitätsgesichert identifizieren können, beleuchten wir das Journal kritisch und geben den Antragsstellenden unser Feedback. Nach spätestens zwei Arbeitstagen versenden wir unsere Antwort, ob die Publikation gefördert wird. In der Regel sind wir aber schneller.