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behind closed doors. IAK im Architekturpavillon 12.06.2018 - 21.06.2018 | 09:00 Uhr - 18:00 Uhr

Zu sehen ist eine Wand aus Türen, in die Studierende eine letzte Tür einbauen.

Studierende des Instituts für Architekturbezogene Kunst bauen die letzte Tür in die begehbare Installation im Architekturpavillon ein.
Bildnachweis: Kristina Rottig/TU Braunschweig.

behind closed doors. Hinter verschlossener Tür. Auf der anderen Seite. Dort sind andere Räume. Neue Möglichkeiten. Geheimnisse zu entdecken, Erlebnisse zu erwarten. Gleichermaßen schützen wir hinter Türen unsere Intimsphäre, unser Privatleben. Ohne Tür keine räumliche Isolation. Kein Rückzug. Eine Tür ist Eingang und Ausgang zugleich. Eine Schwelle zwischen Innen und Außen, zwischen privatem und öffentlichem, deinem und meinem, eurem und unserem Raum. Die meisten und größten Veränderungen finden an Schwellen, im Überschreiten von Grenzen statt. So ist auch die Tür ein Bild möglicher Transition oder Transformation.

Im Architekturpavillon der TU Braunschweig bauen Studierende des IAK im Grundstudium Architektur eine raumgreifende Installation aus 200 Türen über zwei Etagen. Das Material stammt aus dem Stufenhochhaus in Wolfsburg, Detmerode. Das markante Gebäude, Mitte der 60’er Jahre nach Plänen von Paul Baumgarten erbaut, befindet sich seit 2017 im Abriss.

Mit Ausgangspunkt in den zur Verfügung stehenden Türen entstanden über 70 Entwürfe der Studierenden. Die Entwürfe sind als Modelle und in einer Diaprojektion in der Ausstellung zu sehen und der prägnanteste wurde in gemeinsamer Arbeit umgesetzt. Die Installation kommentiert, als große sich um 12° neigende Fläche, die Gradlinigkeit des Architekturpavillons von Meinhard von Gerkan. Als begehbare Intervention zeichnet diese neue Wand einen Schnitt durch das Gebäude und fordert so zu einer Veränderung des Sehens und Begehens auf.

In dem von allen gemeinsam umgesetzten Projekt, nach der Idee von Julius Dettmers, Jan Duensing und Ole Frieling, werden die vielen Deutungsebenen, die dem Material Tür innewohnen, thematisch aufgegriffen und das Semesterthema ISOLATION visuell umgesetzt. Die Türen, hinter denen Geräusche, wie einst im Stufenhochhaus, zu hören sind, werden ihrer Funktion beraubt und zu einheitlichen Baumodulen umfunktioniert. Mit ihren unterschiedlichen Nutzungsspuren jedoch erzählen sie, in der Fläche, in der Menge, wie in einem Chor mit vielen Stimmen, mehr als nur eine Geschichte.

Im Rahmen der Ausstellung behind closed doors wird auch das erste Jahresmagazin des Instituts für Architekturbezogene Kunst, das Magazin BUSCH, präsentiert.

Mit besonderem Dank an das Institut für Baukonstruktion und Holzbau und Luhmann Holz-Zentrum

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