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Flussmorphologie, Stromregelungsbauwerke und Ökologie – Möglichkeiten der Modellierung im gegenständlichen Modell 10. Juni 2026 | 13.15 Uhr - 14.45 Uhr

Das Wasserbauseminar ist eine gemeinsame Veranstaltung der Abteilungen Wasserbau und Gewässermorphologie,  Hydrologie und Flussgebietsmanagement, Abfall- und Ressourcenwirtschaft und Hydromechanik, Küsteningenieurwesen und Seebau. Das Wasserbauseminar findet im jeweils mittwochs von 13:15 bis 14:45 Uhr statt. Die Vorträge werden im Regelfall in Präsenz (BI 84.2) und in Ausnahmefällen digital (über die Lehrplattform Stud.IP) stattfinden.

Auch externe Interessierte haben die Möglichkeit, sich die Vorträge des Wasserbauseminars als Gasthörer*innen anzuhören. Die Anmeldung hierzu ist semesterweise im März/April sowie im September/Oktober möglich.

Auch wenn die meisten flussbaulichen Fragestellungen heute mit numerischen Methoden bearbeitet werden, besteht weiterhin ein großer Bedarf an gegenständlichen Labormodellen. Viele hydraulische und morphologische Phänomene sind äußerst komplex und bislang nicht vollständig verstanden oder durch Formeln beschreibbar. Insbesondere wenn Gewässer durch bauliche Maßnahmen erheblich umgestaltet werden sollen, lässt sich eine zuverlässige Prognosesicherheit allein mit numerischen Verfahren häufig nicht gewährleisten.
Die Bundesanstalt für Wasserbau verfügt in Karlsruhe über große, modern ausgestattete Wasserbaulabore. Dort werden unterschiedlichste Fragestellungen an schiffbaren Flüssen untersucht. An Beispielen aus der Elbe und der Oder werden morphologische Prozesse erläutert und es wird gezeigt, wie diese durch Stromregelungsbauwerke gezielt beeinflusst werden können.
Neben der Stromregelung ist die Morphologie auch für die ökologische Funktionsfähigkeit von Fließgewässern von entscheidender Bedeutung. Strömungsdiversität, Tiefen- und Flachwasserbereiche sowie die Dynamik des Sedimenttransports bestimmen maßgeblich die Ausbildung von Habitaten und damit die Lebensbedingungen aquatischer Organismen. In diesem Zusammenhang kommt der Hydromorphologie– als Zusammenspiel von hydraulischen Prozessen, morphologischer Dynamik und ökologischen Strukturen – eine zentrale Rolle zu.
Neben Buhnen als klassischem Element der Stromregelung werden zunehmend auch Parallelwerke eingesetzt. Diese Bauwerke besitzen ein vielfältiges Potenzial – nicht nur für den Hochwasserschutz, sondern auch für ökologische Verbesserungen und für die Schifffahrt. Zu Parallelwerken ist das Wissen noch deutlich geringer als zu anderen Stromregelungsbauwerken. Entsprechend stehen sie derzeit besonders im Fokus der Flussforschung und werden im Vortrag ausführlicher behandelt.
Eine enge Verzahnung der Untersuchungen mit verschiedenen numerischen Methoden ist dabei selbstverständlich und dient nicht zuletzt der Validierung und Weiterentwicklung beider Ansätze.

Referent*in

Bernd Hentschel, Bundesanstalt für Wasserbau, Karlsruhe

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