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Leopold Zunz und die Kreise seiner Wirksamkeit 23. Oktober 2019 - 24. Oktober 2019 | 15:00 Uhr - 17:00 Uhr

Internationale Tagung zum 225. Geburtstag von Leopold Zunz (1794–1886)

Leopold Zunz gehört zu den einflussreichsten Gestalten des modernen Judentums und zugleich zu den Schlüsselfiguren der deutschen Wissenschaft, Kultur und Politik im 19. Jahrhundert. Als Gründerfigur der „Wissenschaft des Judentums“ hat er 1818 ein neues Kapitel der jüdischen Geschichte aufgeschlagen, während er als Prediger und Reformer programmatisch an die Tradition der jüdischen Aufklärung (Haskala) anknüpfte.

Insbesondere sein unermüdlicher Kampf für die bürgerliche Emanzipation der europäischen Juden – dem ein nicht minder unermüdlicher Kampf für die akademische Anerkennung der Wissenschaft des Judentums parallel geht – hat ihn im Verlauf seines langen und produktiven Lebens zu der Symbolfigur der deutsch-jüdischen Kultur werden lassen.

Entscheidende Impulse bekam Zunz an der Wolfenbütteler Samson-Schule, wo sich der Reformpädagoge Samuel Meyer Ehrenberg seiner annahm. Er machte den jungen Hochbegabten mit den Zielen der Haskala vertraut; als wahrscheinlich erster Jude überhaupt wurde Zunz 1808 in Wolfenbüttel jüdisch konfirmiert, erhielt also eine Bar Mizwa nach dem heute üblichen Ritus. Zugleich ist Zunz der erste Jude, der an einer deutschen Schule, an der Großen Schule in Wolfenbüttel nämlich, das Abitur ablegte. Von hier führte ihn sein Weg an die gerade gegründete Berliner Universität und in die Welt.

Die Tagung verfolgt u. a. das Ziel, Leopold Zunz stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und auf den welthistorischen Moment in der Geschichte des Judentums hinzuweisen, der durch Zunz’ Wolfenbütteler Jahre markiert wird. Wissenschaftler aus den USA, Israel und Deutschland werden ihre aktuellen Forschungsergebnisse präsentieren und diskutieren.

Die Tagung wird von der TU Braunschweig (Institut für Germanistik und Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa) gemeinsam mit der Lessing-Akademie Wolfenbüttel e.V. und in Kooperation mit dem Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. veranstaltet.
Sie wird unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Forschung und die Curt Mast Jägermeister Stiftung Wolfenbüttel.

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