Bausteine für erfolgreichen Unterricht Kooperationsprojekt niedersächsischer Universitäten unterstützt angehende Lehrkräfte
Gemeinsame Pressemitteilung von TU Braunschweig, Universität Hildesheim und Leibniz Universität Hannover
Welche Routinen, Techniken oder Handlungsweisen benötigen angehende Lehrkräfte und wie können diese erlernt werden? Gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur untersuchen die Universitäten Hildesheim, Braunschweig und Hannover in einem gemeinsamen Forschungsprojekt sogenannte Kernpraktiken des Unterrichtens und deren Vermittlung. Angehende Lehrkräfte sollen zukünftig in diesen „Core Teaching Practices“ geschult werden, um sie besser auf die komplexen Anforderungen ihres Berufs vorzubereiten.
Der Unterrichtseinstieg, das Organisieren und Begleiten von Gruppenarbeiten oder das Vormachen bei der Vermittlung von Fähigkeiten: Diese Kernpraktiken sind relevante Instrumente der Unterrichtsgestaltung, unabhängig von Schulform, Klassenstufe oder Unterrichtsfach. Um zu erforschen, wie derartige „Core Teaching Practices“ künftigen Lehrkräften vermittelt werden können, gründen die drei Universitäten einen gemeinsamen Wissenschaftsraum.
„Der Wissenschaftsraum trägt dazu bei, angehende Lehrkräfte bereits im Studium systematisch in Kernpraktiken zu trainieren,“ erläutert Prof. Dr. Christof Wecker, Professor für Empirische Unterrichtsforschung an der Universität Hildesheim. „Durch die Zusammenarbeit zwischen den drei Standorten kann die Aneignung für alle Schulformen untersucht und den Studierenden ein breiteres Angebot für verschiedene Kernpraktiken ermöglicht werden.“
Auch Prof. Dr. Svenja Vieluf, Professorin für Empirische Unterrichtsforschung an der TU Braunschweig, sieht in der Zusammenarbeit großes Potenzial für die Professionalisierung angehender Lehrkräfte: „Studierende erwerben in den geplanten Seminaren Handlungskompetenzen, die für den späteren Beruf unerlässlich sind.“
Prof. Dr. Julia Gerick, Professorin für Empirische Bildungsforschung mit dem Schwerpunkt Schulentwicklungsforschung an der TU Braunschweig, ergänzt: „Dadurch wir die Verzahnung zwischen Theorie und Praxis gestärkt.“
„Der Ansatz der Kernpraktiken rückt das professionelle Handeln der Lehrkräfte im Unterricht in seiner ganzen Komplexität in den Mittelpunkt. In den Teaching Labs können wir umfassend untersuchen, wie sich dieses Handeln in lernwirksame Lerngelegenheiten übersetzen lässt“, erläutert Prof. Dr. Katharina Müller, Professorin für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Lehr-Lernforschung an der Leibniz Universität Hannover.
Gemeinsam werden sie untersuchen, wie verschiedene Gestaltungsvarianten die Entwicklung von Unterrichtskompetenzen fördern. Zudem werden Fallstudien durchgeführt und der Lernverlauf der angehenden Lehrkräfte genau analysiert.
Projektdaten
Im Wissenschaftsraum Teaching Labs für die Analyse und Förderung von Core Teaching Practices setzen sich Forschende der Universitäten Hildesheim, Hannover und Braunschweig mit fächer- und schulformenübergreifenden Kernpraktiken des Unterrichtens auseinander. Das auf vier Jahre angelegte Forschungsprojekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit 2.976.500 Euro gefördert.