11. März 2026 | Magazin:

Post aus … Schweden CSE-Student Philip Kreutzheide berichtet über seinen Aufenthalt in Schweden

Allgemeine Informationen

Hier habe ich meinen Auslandsaufenthalt verbracht:

In Göteborg, Schweden.

Das habe ich in Göteborg gemacht:

Im Rahmen meiner Masterarbeit am Institut für Angewandte Mechanik der TU Braunschweig habe ich einen Forschungsaufenthalt an der Chalmers University of Technology in Göteborg, Schweden, absolviert. Der Lehrstuhlinhaber Professor Jänicke arbeitet eng mit zwei Professoren der Chalmers University zusammen, deswegen konnte ich einen von ihnen als Zweitbetreuer für meine Arbeit gewinnen. In meiner Masterarbeit geht es um das rechnergestützte Modellieren von Flüssigkeits-Transport in porösen Medien. Genauer gesagt: Wir sind interessiert an Materialien, die poröse Mikrostrukturen aufweisen und untersuchen, wie wir die Transportphänomene mit Hilfe von Rechnern vorhersagen können.

Mein Aufenthalt dauerte…:

… vier Wochen und fand selbstorganisiert statt.

Darum habe ich mich für einen Auslandsaufenthalt entschieden:

Ich habe mich für den Auslandsaufenthalt entschieden, weil die Zusammenarbeit vor Ort produktiver ist und natürlich auch mehr Spaß macht, als nur online. Ich war auch neugierig, wie eine Uni im Ausland aussieht und funktioniert. Und letztendlich ist Göteborg eine sehr schöne Stadt, vor allem im Sommer, und das wollte ich genießen.

Leben vor Ort

So habe ich in Göteborg gewohnt:

Ich bin durch einen bestehenden Kontakt privat im Viertel Johanneberg untergekommen. Das ist ein beliebtes Viertel in unmittelbarer Nähe von der Chalmers University, sodass ich jeden Morgen gut zu Fuß zum Campus gehen konnte.

Das Kunstmuseum in Göteborg ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Bildnachweis: Philip Kreutzheide/TU Braunschweig

Die roten Backsteine sieht man in Göteborg an jeder Ecke. Es sind wirklich einige wunderschöne Wohnhäuser dabei. Bildnachweis: Philip Kreutzheide/TU Braunschweig

Hier seht ihr mich auf Saltholmen - einer Halbinsel im Westen Göteborgs. Bildnachweis: Philip Kreutzheide/TU Braunschweig

Ein schöner Ausblick von Saltholmen - von hier aus kann man mit der Fähre auch weitere Inseln entdecken. Bildnachweis: Philip Kreutzheide/TU Braunschweig

Bei "Ölstugan Tullen", einer Restaurantkette, kann man die schwedische Küche zu angemessenen Preisen kennenlernen. Bildnachweis: Philip Kreutzheide/TU Braunschweig

"Semla" - ein schwedisches Gebäck, das sich ganz hervorragend für eine Fika-Pause eignet. Bildnachweis: Philip Kreutzheide/TU Braunschweig

Mein Geheimtipp: "Delsjön" - ein See im Süd-Osten von Göteborg., der sich ganz wunderbar zum Spazieren oder Schwimmen eignet. Bildnachweis: Philip Kreutzheide

Was unterscheidet das Forschen in Schweden von dem in Deutschland?

In meiner Erfahrung unterscheidet sich die Forschung in Schweden zu der in Deutschland vor allem darin, dass die Betreuung durch Professor*innen viel enger ist. Der Anteil an Professor*innen pro Institut ist vergleichsweise höher.

Besonders typisch für mein Aufenthaltsland ist:

Typisch für Schweden ist auf jeden Fall, dass man sich um 15 Uhr im Gemeinschaftsraum für eine „Fika“ trifft. „Fika“ ist eine kleine Pause, meistens von der Arbeit, um eine Tasse Kaffee oder Tee zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen, es ist ein klassischer Teil der schwedischen Kultur.

Das habe ich hier in den ersten drei Tagen gelernt:

… dass in Schweden wirklich jeder hervorragend Englisch spricht.

Die größte Herausforderung während meines Aufenthaltes:

Ich musste mich daran gewöhnen, dass einem hier erstmal alles sehr teuer vorkommt wegen der schwedischen Krone. Das sind im ersten Moment hohe Zahlen. Nach einer schnellen Umrechnung auf Euro merkt man dann, dass es immer noch teuer ist. Besonders teuer ist es, auswärts essen zu gehen. Mit einer selbst gemachten Mahlzeit kann man da gut sparen.

Das lustigste Missverständnis, das ich aufgrund von Sprachproblemen hatte:

Tatsächlich hatte ich aufgrund der guten Englischkenntnisse von den Schwed*innen keinerlei Missverständnisse!

Welche Anekdote wirst du deinen Freund*innen zu Hause immer wieder erzählen?

… dass Erdbeere auf Schwedisch “jordgubbe” heißt, was wörtlich übersetzt „Erd-Mann“ heißt.

Das nehme ich von hier mit nach Hause:

Den besonderen Service in der Gastronomie werde ich so schnell nicht vergessen. In Schweden bekommt man zu jeder Mahlzeit Kaffee und Wasser kostenlos dazu. Ob das eine Folge oder eine Ursache vom hohen Kaffeekonsum in Schweden ist, wurde mir aber nicht verraten.

Gut zu wissen

Mein Geheimtipp für alle, die auch nach Göteborg reisen:

Delsjön. Das ist ein See in der Nähe von Göteborg. Den kann man mit Öffis gut erreichen und er ist wunderbar für einen schönen längeren oder kürzeren Spaziergang geeignet. Wenn man möchte, kann man dort auch fantastisch schwimmen gehen.

Diese landestypische Speise sollte man unbedingt probieren:

Im Winter ist das auf jeden Fall „Semla“. Das ist ein traditionelles süßes Gebäck mit Kardamom gewürzt und mit Sahne und Mandel- oder Vanillecreme gefüllt. Ansonsten sind „Köttbullar“, also die berühmten schwedischen Fleischbällchen, natürlich auch zu empfehlen. Keine Sorge – für die Vegetarier*innen gibt es die auch ohne Fleisch.

Welches Fettnäpfchen sollte man in Schweden vermeiden?

Beim Einkaufen werden erst alle Artikel gescannt und bezahlt, bevor sie eingepackt werden. Es kann zu Irritationen auf Seiten der Kassierer*innen führen, wenn man direkt anfängt einzupacken.

Diesen Tipp gebe ich anderen Studierenden/Forschenden, die ins Ausland gehen möchten:

Nehmt euch die Zeit und schaut euch willkürlich einen für euch interessant klingenden Vortrag an, der inhaltlich nichts (oder wenig) mit eurer Forschung oder eurem Studium zu tun hat.