Nachhaltige Strategien für stabilere Böschungen Dr. Xianlei Fu ist neuer Humboldt-Postdoktorand an der Fakultät für Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften
Seit November 2025 arbeitet Dr. Xianlei Fu an der Technischen Universität Braunschweig – und das gleich an zwei Instituten: dem Institut für Geomechanik und Geotechnik sowie dem Institut für Geoökologie. Dort entwickelt er geotechnische und biologische Ansätze gegen das Abrutschen von Böschungen. Sein zweijähriger Aufenthalt wird durch ein Postdoktorandenstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung gefördert. Betreut wird der chinesische Wissenschaftler von Professor Marius Milatz und Professorin Magdalena Sut-Lohmann.
Wenn eine Straße gebaut oder ein Gleis in unebenem Gelände verlegt wird, muss der Boden aufgeschüttet oder abgetragen werden. Ist das Gelände geebnet, verbindet eine Böschung die neu geschaffene Ebene mit der natürlichen Umgebung. Auch im Hochwasserschutz spielen künstlich angelegte Böschungen eine wichtige Rolle.
Sowohl in Deutschland als auch in China sind diese künstlich angelegten Böschungen weit verbreitet. Das Problem: Bauarbeiten beschädigen oft die Struktur der obersten Bodenschicht. Deshalb geben Böschungen bei Starkregen und anderen Extremwetterereignissen leicht nach. Die Folgen sind Erosionen und Hanginstabilität. In den letzten Jahren haben solche Katastrophen weltweit stark zugenommen – sowohl in der Häufigkeit, als auch in der Intensität.

An der TU Braunschweig entwickelt Dr. Xianlei Fu Ansätze, die Böschungen stabiler gegen das Abrutschen machen. Bildnachweis: Kristina Rottig/ TU Braunschweig
Dr. Xianlei Fu möchte dem mit seiner Forschung entgegenwirken und die oberste Bodenschicht widerstandsfähiger machen. Dazu kombiniert er zwei niedrigschwellige, umweltfreundliche Ansätze: biobasierte Polymerverbundstoffe und speziell kultivierte Pilze. Während die Polymere die mechanischen und hydraulischen Eigenschaften des Oberbodens verbessern, erhöhen die Pilze dessen Widerstand gegen Erosion zusätzlich.
„Ich möchte verstehen, durch welche physikalischen, chemischen und biologischen Mechanismen sich der Oberboden stabilisieren lässt“, erklärt der Humboldt-Stipendiat. Dafür verbindet er Labortests zur Festigkeit und Wasserdurchlässigkeit des Bodens mit Modellversuchen und modernen Bildgebungsverfahren wie der Rasterelektronenmikroskopie und der Röntgen-Computertomographie.
Kurze Wege – großes Netzwerk
Da die Forschungsthemen von Professor Marius Milatz und Professorin Magdalena Sut-Lohmann gut zu seinem Vorhaben passen, hat sich Dr. Xianlei Fu für die TU Braunschweig entschieden. Auch ansonsten gefällt ihm die Stadt gut – besonders schätzt er die kompakte Größe und ruhige Atmosphäre. Die kurzen Wege würden Braunschweig nicht nur als Forschungsstandort auszeichnen, sondern auch den Alltag erleichtern.
Das Stipendium sieht der chinesische Wissenschaftler als große Chance: „Es ermöglicht mir, mit Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenzuarbeiten und Teil einer internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft zu sein.“ Das lege einen Grundstein für ein zukünftiges Netzwerk von Kooperationspartnern. Darüber hinaus sei das Stipendium eine wichtige Anerkennung der Bedeutung seiner bisherigen Arbeit und motiviere ihn, auch in Zukunft an interdisziplinären, anwendbaren Lösungen für zentrale Herausforderungen im Bereich der Geo-Umwelttechnik zu forschen.