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ORKSTÄMMA – Ein sinfonischer Bausatz 1. Februar 2026 | 17:00 Uhr - 19:00 Uhr

Das Orchester kann als ein großes Instrument angesehen werden, das fähig ist, auf einmal oder hintereinander eine Menge von Tönen verschiedener Natur hören zu lassen, deren Kraft mäßig oder kolossal ist, je nachdem es die Gesamtheit oder nur einen Teil der Ausführungsmittel vereinigt, über welche die moderne Musik verfügt, und je nach dem diese Mittel gut oder schlecht gewählt sind und in akustischer Beziehung mehr oder weniger günstig aufgestellt sind.
Hector Berlioz

Wie lassen sich die Gruppen eines Sinfonieorchesters solide verschrauben? Was gehört wohin,
was passt wie zusammen? Wie sicherstellen, dass am Ende kein Teil übrig bleibt und nichts schief
klingt, kippelt, scheppert oder klirrt? Die Erfahrung lehrt: So leicht und fröhlich wie beim IKEA-Männchen
fügt es sich in der Regeln nicht.
Wo und wie anfangen? Am besten nichts überstürzen, sondern systematisch vorgehen. Genügend
Platz schaffen, auspacken, alles säuberlich nebeneinander ausbreiten, kontrollieren, ob alle Teile
vorhaben und unbeschädigt sind. Oboen zu den Holzbläsern, Posaunen zu den Blechbläser,
Englischhorn nicht mit Waldhorn verwechseln, Schlägel für die Perkussionsinstrumente
bereitlegen, hohe Streicher links, tiefe Streicher rechts, Bratschen in die Mitte, Harfe nicht
vergessen. Danach Taktstock, Pulte, Noten, Öl, Kolophonium. Mitgelieferte Violin- und
Bassschlüssel griffbereit halten. Trichter und f-Löcher ausrichten. Schließlich Symbole und
Anweisungen beachten: p steht für „leise, sacht“,calmo bedeutet „ruhig und gelassen bleiben“, a
quattro mani macht die Hände einer zweiten Person nötig, martellato con forza fordert kraftvolles
hämmern. Zur Vorbereitung vielleicht noch einen Konzertführer lesen.
Das Uniorchester ist gern behilflich und macht Schritt für Schritt alles genau vor: Um Kollisionen
auf der Bühne zu vermeiden, baut es sich von hinten nach vorne auf. Zuerst betreten
Blechblasinstrumente und Schlagwerk die Bühne und spielen sich mit einer Fanfare ein.
Anschließend nehmen die Holzblasinstrumente davor mit einem Besen Platz. Schließlich folgen
die Streichinstrumente und zupfen zunächst nur vorsichtig an den Saiten. Erst dann wird alles
zusammenfügt. Dabei sind wieder einmal Überraschungen eingebaut: Eine Uraufführung von
Max Ewald Habel aus den eigenen Reihen und mit Charlotte Sohy eine weitere wunderbare, aber
noch kaum bekannte Komponistin.
Hörst du noch oder lauschst du schon? Entdecke die Möglichkeiten!
Wir freuen uns auf mutige Ohren!

Auf dem Programm stehen

  • Aaron Copland (1900-1990)
    Fanfare for the Common Man (1942) für Blechbläser und Schlagzeug
  • John Williams (*1932)
    Nimbus 2000 (2001) aus der Filmmusik „Harry Potter and the Sorcerer’s Stone“ – Originalarrangement für Holzbläserensemble
  • Benjamin Britten (1913-1976)
    Playful Pizzicato (1933-34) aus „Simple Symphony“ für Streichorchester
  • Max Ewald Habel (*1997)
    Tsukomogami (2025) Symphonie Nr. 1 für großes Orchester
  • Charlotte Sohy (1887-1955)
    Symphonie „Grande Guerre“ cis-moll op. 10 (1914-1917) für Orchester

Mitwirkende
Orchester der TU Braunschweig
Leitung: Markus Lüdke

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