Antrittsvorlesung von Prof. Dr.-Ing. Thomas Koller 15. Juli 2026 | 16:00 Uhr - 18:00 Uhr
Antrittsvorlesung „Transport im Grenzbereich – Bewegte Zeiten für die Thermodynamik?“
Die Welt befindet sich im Umbruch – gleiches gilt auch die Thermodynamik, deren Name dies bereits ausdrückt. Während Thermodynamik begrifflich die frühen Bemühungen im Zuge der Industrialisierung beschreibt, Wärme (altgriechisch „thermos“) in Kraft („dynamis“) zu wandeln, hat sie heutzutage den Rahmen einer reinen Wärmelehre gesprengt. Mittlerweile stellt sie auch die allgemeine Energielehre zur Verfügung – und damit verbunden die Theorie zu den thermodynamischen Eigenschaften der Materie. Ohne genaue Kenntnis der Materialeigenschaften würden technische Prozesse fehldimensioniert, was erhöhte Betriebs- oder Investitionskosten zur Folge hätte. Angesichts der aktuellen Thematik zur Entwicklung von nachhaltigen ressourcen- und energieschonenden Prozessen wird die entsprechende Forschung daher noch relevanter.
Eine weitere Herausforderung für die Thermodynamik heute ist, dass die eingesetzten und entwickelten Materialsysteme in z. B. Batterien, Brennstoffzellen, Wärmepumpen oder pharmazeutischen Lösungen immer komplexer und „smarter“ werden. Dabei kommt vor allem dem Transport von Energie, Stoff und Impuls in Gasen, Flüssigkeiten und/oder Festkörpern sowie deren Grenzflächen eine zentrale Bedeutung zu. Für die entsprechenden Transport- und Grenzflächeneigenschaften ist die Information bei prozessrelevanten Bedingungen jedoch oftmals nur sehr schwer zugänglich und stößt – im wahrsten Sinne des Wortes – „an ihre Grenzen“.
Die Antrittsvorlesung adressiert die Fragestellung „Transport im Grenzbereich – Bewegte Zeiten für die Thermodynamik?“ und liefert Ansätze zu deren Beantwortung. Motiviert über aktuelle Systeme aus der Energie-, Verfahrens- und Pharmatechnik werden Konzepte für deren thermodynamische Charakterisierung an der Schnittstelle von Transport und Grenzflächen thematisiert. Dabei wird der Anspruch gehegt, mit den eingesetzten Methodiken in neue Grenzbereiche hinsichtlich der System- und Zustandsskala vorzudringen. Auf diese Weise wird deutlich, welchen Beitrag das geschaffene Wissen an der TU Braunschweig für moderne Forschungskonzepte in den Schwerpunktsthemen Mobilität, Metrologie und Engineering for Health leisten kann.
Kurzlebenslauf
Thomas Koller hat von 2006 bis 2011 Chemie- und Bioingenieurwesen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) studiert. Im direkten Anschluss begann er an der FAU seine Promotion in der Arbeitsgruppe von Professor Andreas Paul Fröba, welche er im Jahre 2016 abschließen konnte. Am neugegründeten Lehrstuhl für Advanced Optical Technologies – Thermophysical Properties (AOT-TP) der FAU unter Leitung von Prof. Fröba setzte Thomas Koller seine wissenschaftliche Karriere innerhalb einer Postdoc- und Habilitationsphase fort. Im Jahre 2024 konnte er seine Habilitation mit der Lehrbefähigung im Fach Thermodynamik abschließen. Seit November 2025 ist Thomas Koller Professor an der TU Braunschweig und Leiter des Instituts für Thermodynamik.
Referent*in
Prof. Dr.-Ing. Thomas Koller, Institut für Thermodynamik
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