Category: | Event group:

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Katharina Kellermann und Prof. Dr. Jan-Erik Leonhardt 28. October 2026 | 17:00 h - 19:00 h

Bildnachweis: SPK/TU Braunschweig

Antrittsvorlesung von
Prof. Dr. Katharina Kellermann
Institut für Germanistik

“Was macht Sprache bildungssprachlich? Sprachbildung im Deutschen in Zeiten der Digitalisierung”

Warum kann derselbe Inhalt sprachlich ganz unterschiedlich ausgedrückt werden – und wann wird Sprache eigentlich „bildungssprachlich“? In ihrer Antrittsvorlesung geht Jun.-Prof. Dr. Katharina Kellermann der Frage nach, welche sprachlichen Mittel Lernende benötigen, um Wissen zu verdichten, zu strukturieren und situationsangemessen auszudrücken. Denn Bildungssprache zeichnet sich nicht allein durch bestimmte grammatische Formen aus: Entscheidend ist, welche Funktion sprachliche Strukturen in einem konkreten Kommunikationskontext erfüllen. Anhand ihrer Forschung zeigt Katharina Kellermann, wie Schülerinnen und Schüler lernen, Informationen sprachlich neu zu organisieren – etwa durch Nominalisierungen und komplexe Nominalphrasen – und welche Entwicklungsschritte dabei zu beobachten sind. Im schulischen Alltag fehlt jedoch häufig der Raum, unterschiedliche sprachliche Ausdrucksweisen gezielt zu erproben, miteinander zu vergleichen und ihre Wirkung in verschiedenen Kontexten zu reflektieren. Genau hier können digitale Lernumgebungen besondere Chancen eröffnen: Sie ermöglichen es, sprachliche Varianten wiederholt auszuprobieren, Transformationen sichtbar zu machen und unmittelbares Feedback zu erhalten. So können Lernende ihr bildungssprachliches Register schrittweise auf- und ausbauen und zunehmend situationsangemessen einsetzen.

Vita Katharina Kellermann
Akademische und berufliche Stationen bis zur Berufung in Braunschweig

  • 2013 – 2017: Referendariat für die Fächer Deutsch, katholische Theologie und Geschichte für Gymnasien in Freiburg und Lehrerin an Grund-, (Werk)Realschule und Gymnasium
  • 2016 – 2022: Promotionsstipendiatin im interdisziplinären Kolleg „Visualisierungen im Deutsch und Mathematikunterricht“
  • 2021 – 2024: Wissenschaftlicher Mitarbeiterin an der PH Heidelberg und Universität Koblenz-Landau später RPTU, Promotion im Februar 2022
  • 4/2024 – 3/2025: Vertretung der Professur für Grammatik und Grammatikdidaktik an der PH Karlsruhe
  • Ab 4/2025: Juniorprofessorin für Didaktik der deutschen Sprache (W1TTW2) an der Fakultät 6 der Technischen Universität Braunschweig

Bildnachweis: SPK/TU Braunschweig

 

Antrittsvorlesung von
Prof. Dr. Jan-Erik Leonhardt
Institut für Anglistik und Amerikanistik

“Das kann doch die KI? Englischdidaktik für eine postdigitale Gesellschaft”

Künstliche Intelligenz verändert das Lehren und Lernen von Fremdsprachen grundlegend: Videos und Stimmen entstehen in Sekundenschnelle, Übersetzungen erfolgen live, KI-Avatare treten als Lehrpersonen auf und zahlreiche Anwendungen geben unmittelbares Feedback. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Englischdidaktik und Englischunterricht in einer postdigitalen Gesellschaft gestaltet werden können – einer Gesellschaft, in der digitale Technologien selbstverständlich in den Alltag integriert sind.

In seiner Antrittsvorlesung skizziert Jan-Erik Leonhardt, wie sich die Gegenstände des Englischunterrichts unter den Bedingungen der Postdigitalität verändern, und nimmt auf der Grundlage dreier eigener Studien und Projekte eine Standortbestimmung der Fremdsprachendidaktik und ihrer Forschung vor. Im Zentrum steht der kritische Umgang mit englischsprachigen Filmen, der angesichts KI-generierter Inhalte zunehmend an Bedeutung gewinnt: Über welche Kompetenzen verfügen Lernende, um Filme kritisch zu analysieren und einzuordnen? Welche Fähigkeiten haben Lehrpersonen für deren zielgerichteten didaktischen Einsatz? Und wie können Lehrpersonen schließlich professionalisiert werden, um auf sich verändernde Gegenstände ihres Fachs in der schulischen Praxis vorbereitet zu sein?

Ausgehend von diesen Befunden profiliert Jan-Erik Leonhardt Perspektiven und Entwicklungspotenziale für eine evidenzbasierte Englischdidaktik unter den Bedingungen von Postdigitalität. Sie schafft – auch jenseits digitaler Anwendungen – Begegnungsräume für Lernende und befähigt diese zu gesellschaftlicher, sozialer und politischer Teilhabe. Zugleich stärkt sie die Professionalisierung von Lehrpersonen, indem sie das ko-konstruktive Zusammenwirken von Forschung, Lehrer:innenbildung und schulischer Praxis bei der Entwicklung, dem Transfer und der Implementation didaktischer Innovationen fördert und hierdurch resiliente Entwicklungsstrukturen aufbaut.

Vita Jan-Erik Leonhardt
Akademische und berufliche Stationen bis zur Berufung in Braunschweig

  • 2015 – 2017: Referendariat für die Fächer Englisch und Deutsch für Gymnasien am Studienseminar Offenbach und der Weibelfeldschule Dreieich
  • 2017 – 2022: Lehrer im Angestelltenverhältnis (Teilzeit) für die Fächer Englisch und Deutsch an der Weibelfeldschule Dreieich
  • 2017 – 2025: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich 10 der Johann Wolfgang Goethe-Universität (Institute of English and American Studies, Abteilung Didaktik),
    Promotion im Februar 2024; ausgezeichnet mit dem DGFF-Nachwuchspreis 2025
  • 10/2025 – 02/2026: Vertretung der Professur für Englische Fachdidaktik mit Schwerpunkt anglophone Literatur, Kultur und Medien (W2) an der Fakultät 6 der Technischen Universität Braunschweig
  • Ab 02/2026: Juniorprofessor für Englische Fachdidaktik mit Schwerpunkt anglophone Literatur, Kultur und Medien (W1TTW2) an der Fakultät 6 der Technischen Universität Braunschweig

Save event in calendar →