01.08.2018 | Presseinformationen:

Lebensmittelchemie: Nach Gesetzesnovelle entfällt das Diplom TU Braunschweig kümmert sich um Übergangsregelung für Studierende

Die Technische Universität Braunschweig bietet als einzige Universität in Niedersachsen den Studiengang Lebensmittelchemie an. Die universitäre Ausbildung endet nach neun Semestern. Es schließt sich eine einjährige berufspraktische Tätigkeit an, an deren Ende dann mit dem erfolgreichen Abschluss des Staatsexamens die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte/r Lebensmittelchemiker/in“ verliehen wird. Auf Antrag konnten die Studierenden bisher bereits nach dem Ende der universitären Ausbildung den Hochschulgrad „Diplom-Lebensmittelchemiker/in“ erhalten. Dies ist nach einer Novellierung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG) entgegen der bisherigen Praxis nicht mehr möglich. Die TU Braunschweig nimmt die Sorgen der Studierenden, dass ihnen dadurch ein Nachteil beim Berufseinstieg entstehen könnte, ernst und setzt sich für eine Übergangsregelung für die Betroffenen beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) ein.

Detailaufnahme aus dem Chemiehörsaal am Okerufer. Bildnachweis: TU Braunschweig.

Seit den NHG-Novellen von 2015 und 2017 ist die Ausstellung einer Diplomurkunde nur noch in den Studiengängen möglich, die originär mit dem Diplom abschließen. Bisher war die TU Braunschweig davon ausgegangen, dass eine Ordnung, welche die Verleihung des Hochschulgrades „Diplom-Lebensmittelchemiker/in“ regelt, auch nach der Novellierung des NHG weiter in Kraft sei. Wie das MWK jetzt jedoch bestätigt hat, können zehn Absolventinnen und Absolventen des aktuellen Jahrgangs kein Diplom mehr bekommen. Sie sollen erst nach dem Abschluss der gesamten Ausbildung einschließlich des berufspraktischen Jahrs das Staatsexamen erhalten. Um für sie und die weiteren 124 Studierenden des Faches eine Übergangsregelung zu finden, ist die TU Braunschweig mit dem Niedersächsischen MWK derzeit in enger Abstimmung. So hat die Universität bereits einen Gesetzesvorschlag für die nächste NHG-Novelle eingebracht. Sie soll Ende des Jahres verabschiedet werden und im Frühjahr in Kraft treten. Der Entwurf sieht eine Übergangsregelung analog zu der bestehenden Ausnahmeregelung des Staatsexamens-Studiengangs Jura vor. Für diesen hat nämlich die NHG-Novelle von 2017 bereits geregelt, dass noch bis 2025 Diplomurkunden ausgestellt werden können.

Auch die zehn Absolventinnen und Absolventen des universitären Teils des Staatsexamens, denen nun kein Diplom mehr ausgestellt werden konnte, erhalten rasche Unterstützung: Ihnen wird bescheinigt, dass die erbrachten Prüfungsleistungen gleichwertig mit denen in allen anderen Studiengängen der Lebensmittelchemie in Deutschland sind. Sobald eine Übergangsregelung im NHG in Kraft tritt, werden sie zudem nachträglich ein Diplomzeugnis erhalten.

Lebensmittelchemie ist an der TU Braunschweig mit zurzeit 35 Studienplätzen pro Studienjahr ein zwar kleiner, aber gesellschaftlich wichtiger Studiengang. Die ausgebildeten Fachkräfte gewährleisten unter anderem durch ihre Arbeit in Unternehmen und Untersuchungsämtern die Sicherheit von Lebensmitteln und tragen zum Verbraucherschutz bei.

Für die künftigen Studierenden des Studiengangs Lebensmittelchemie bereitet die TU Braunschweig die Umstellung auf die Bachelor-Master-Struktur vor. Das MWK hat signalisiert, die zügige Umstellung zu unterstützen.