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Zwischen Tradition und Moderne: Das Porträt in der Kunst des 19. Jahrhunderts 08.02.2017 | 18:30 Uhr - 20:00 Uhr

Im 19. Jahrhundert erfährt die Porträtkunst eine Reihe von radikalen Veränderungen. Besonders Künstler wie Whistler, Manet, Renoir oder Khnopff suchten nach neuen künstlerischen oder inhaltlichen Lösungen.
So brach Manet mit seinem Porträt des Schriftstellers Emile Zola von 1868 endgültig mit der langen Tradition der Porträtmalerei, indem er die Wertigkeit des Porträtierten allen anderen Elementen im Bild gleichstellte. Selbst aufgeschlossene Charaktere wie der Künstler und Kritiker Odilon Redon verstanden Manets Porträt nicht als ein Bildnis von Zola, sondern eher als ein Stillleben. Die Grenzen zwischen den Gattungen verwischten immer mehr. So spielen bei Manets Nana auch sozialkritische Aspekte eine große Rolle und bei Renoirs Lise künstlerische Aspekte der Landschaftsdarstellung.
Neben künstlerischen Aspekten, wie der Ästhetisierung des Porträts oder der technischen Finesse, ging es schlicht um gesellschaftliche und wirtschaftliche Kriterien. Gerade in der Porträtkunst waren schon immer Kunst, Geld und gesellschaftliches Ansehen (Macht) untrennbar verbunden.
Ziel des Seminars ist es, die unterschiedlichen Kriterien und künstlerischen, meist radikalen Neuerungen in der Porträtkunst um 1900 aufzuzeigen und vergleichend gegenüberzustellen. Neben den oben genannt Künstlern soll ein besonderes Augenmerk auf Künstler wie Ingres, Alfred Stevens, Sargent Singer, Edvard Munch, Anders Zorn, Edgar Degas, Claude Monet oder Mary Cassatt gelegt werden.

Referent/in

Michael Sagroske, M.A.

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