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Von der Umwelt zur Unswelt – Das Potenzial des Anthropozän-Konzepts für nachhaltige Entwicklung 1. Februar 2023 | 19:00 Uhr - 20:30 Uhr

Der Mensch hat die Erde in einem Ausmaß umgestaltet, dass sich der Unterschied zwischen Natur und Kultur zunehmend auflöst. Wir tragen ganze Berge ab, schneiden neue Täler, erschaffen neue Seen, bestimmen, wo Flüsse fließen, entscheiden, wo Sedimente zur Ablagerung kommen, erwärmen das Klima und heben den Meeresspiegel. Wir homogenisieren die Tier- und Pflanzenwelt, produzieren jährlich fast soviel Plastik, wie es dem Gewicht der gesamten Menschheit entspricht und generierten inzwischen ca. 30 Billionen Tonnen Technosphäre. Der Mensch ist zu einem erdsystemaren und geologischen Faktor einer neuen erdgeschichtlichen Epoche, dem Anthropozän geworden.

Aus der Anthropozän-Analyse ergeben sich jedoch auch neue Potenziale für nachhaltige Entwicklung, weg von der „Umwelt“ hin zu einer „Unswelt“, also der Integration menschlichen Handelns in das Erdsystem, basierend auf einem Verständnis der komplexen Wechselwirkungen von Natur, Kultur, Wirtschaft und Sozialem. Daraus sind auch auch ein besseres Zeitskalenbewusstsein sowie polyperspektivisches Denken ableitbar, was die Erarbeitung und Implementierung „fluider“ Lösungsportfolios für ein zukunftsfähiges Anthropozän immens erleichtern würde.

 

TU for Future – Klimaschutz ist eines der zentralsten Themen unserer Zeit. Wissenschafter*innen verschiedenster Fachrichtungen wurden eingeladen, um auf umweltrelevante Problematiken und Lösungsansätze hinzuweisen. Die Vortragsreihe „TU for Future“ kombiniert spannende Vorträge mit interaktiven Publikumsdiskussionen.

Die Veranstaltung ist offen für Studierende aller Fachrichtungen. Über eine offizielle Anmeldung via StudIP besteht die Möglichkeit, sich einen Leistungspunkt für die erfolgreiche Teilnahme anrechnen zu lassen. Neben der Präsenzveranstaltung im Audimax wird es einen Livestream geben, über den die Veranstaltung auch digital von Interessierten verfolgt werden kann.

Referent*in

Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, FU Berlin

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