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Plastik im Meer 19.01.2017 | 18:30 Uhr - 20:00 Uhr

Plastikmüll in den Weltmeeren hat sich in den letzten Jahren zu einem prominenten Umweltthema entwickelt. Bilder mit Plastikmüll, aufgenommen auf hoher See oder Aufnahmen von vermüllten einstigen Traumstränden haben die Problemlage unübersehbar werden lassen. Dabei kristallisiert sich immer mehr heraus, dass sich unsere Meere sukzessive in eine Plastikmülldeponie verwandeln. Nicht nur sichtbare alte Flaschen und Plastikverpackungen, sondern auch Millionen, für das menschliche Auge meist unsichtbare Mikroplastikpartikel fließen  täglich über Flüsse in die Meere.

Seit 1964 hat sich die Produktion von Plastik verzwanzigfacht, derzeit sind es 311 Millionen Tonnen pro Jahr. Es wird damit gerechnet, dass sich diese Menge  in den nächsten 20 Jahren  verdoppelt. Dabei wird ein großer Anteil von 40% der Plastikproduktion für Verpackungen verwendet. Etwa 32 % der gebrauchten Plastikverpackungen „verlassen das System“ – gelangen also unkontrolliert in die Umwelt.

Der Eintrag von Materialien, die sich nicht biologisch zersetzen, hat etliche negative Folgen. Es wird geschätzt, dass sich jedes Jahr neben unzähligen anderen Meerestieren zwischen 57.000 und 135.000 Wale, Robben und Seehunde in Tauen und Netzen verfangen. Zudem entstehen wirtschaftliche Schäden: Schiffsschrauben können sich in herumtreibenden Geisternetzen verfangen oder Touristen wenden sich von Orten ab, deren Strände vermüllt sind.

In dem Vortrag werden die aktuelle Forschung zur Ausbreitung des Plastikmülls und die daraus resultierenden Umweltfolgen vorgestellt. Weiterer Schwerpunkt des Beitrags ist eine Vorstellung der Ursachen – eine Spurensuche, die zum Festland zurückführt und auf ein lange bestehendes Problem hinweist. Schlussendlich werden Lösungsansätze diskutiert – zum Beispiel, dass wir über Materialen wie Plastik grundsätzlich neu nachdenken müssen.

Referent/in

Dr. Bernhard Bauske, WWF Deutschland

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