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Philosophie der Moderne. Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge 05.04.2018 | 17:30 Uhr - 19:00 Uhr

Es sei, so antwortet Foucault auf die – von Nietzsche abgeleitete – Frage, ob „der Mensch tot sei“, heute nicht die Aufgabe der Philosophie, das menschliche Dasein zu erleichtern und ihm so etwas wie Glück zu versprechen, sondern die weniger tröstlichen Beziehungen zwischen Wissen und Nichtwissen zu entdecken. Foucault schreibt, er habe mit seinem Werk – es gehört zu den großen Texten unserer Moderne – ein zweifaches Risiko auf sich genommen:
Es geht 1.) um den Nachweis, dass Irrtümer wie Wahrheiten, die Anwendung alter Überlegungen, Enthüllungen, der Gebrauch von Begriffen, kurz: dass die Praktiken, Institutionen und Theorien im gegebenen Augenblick den Gesetzen eines Wissenscodes gehorchen.
Es geht 2.) darum, ein positives Unbewusstes des Wissens zu enthüllen, eine Ebene, die dem Bewusstsein des Wissenschaftlers entgleitet und dennoch seinen wissenschaftlichen Diskurs bestimmt. Indem Foucault die – zumeist sprachlichen – Spuren dieser unbewussten Codes aufdeckt, sah er sich veranlasst, das Wissen um sie das archäologische Wissen zu nennen. Beginnen werden wir mit Foucaults genialer Analyse des Gemäldes von Velazquez „Las Meninas“.

  • 7. Termin Stadtbibliothek, Seminarraum

Referent/in

Dr. Joseph G. Thomas

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