Krieg zerstört die sechs Weltkulturerbestätten in Syrien – Die Altstadt von Aleppo: Zerstörung und Wiederaufbau 03.11.2016 | 19:00 Uhr - 20:30 Uhr

Weltgeschichtlich bedeutsame archäologische Stätten wurden durch den Krieg in Syrien zerstört. Wie dramatisch die Verluste sind, referiert der Archäologe Prof. Dr. Mamoun Fansa in seinem Vortrag „Krieg zerstört die sechs Weltkulturerbestätten in Syrien – die Altstadt von Aleppo: Zerstörung und Wiederaufbau“. Der Vortrag befasst sich mit der Vernichtung und Zerstörung der sechs Weltkulturerbstätten während des syrischen Krieges. Er zeigt Bilder vor und nach dem Krieg und behandelt die menschlichen und kulturellen Wurzeln, die die Menschen heute mit ihrem Land, ihren Vorfahren und ihren Geschichten fest verbinden. Ihren sichtbaren Ausdruck finden diese in den kulturellen Hinterlassenschaften wie Bauten und archäologischen Stätten. Diese identitätsstiftenden Orte sind in Syrien zahlreich und weit über die Grenzen des Landes von großer Bedeutung – auch für die gesamte Menschheitsgeschichte. Die Zerstörung der materiellen Kultur, wie die der Bauten und der Alltagskultur, führt zur Vernichtung der kulturellen Identität eines Volkes. Im Falle der Altstadt von Aleppo als Weltkulturerbe ist dieser Verlust enorm. Die Altstadt von Aleppo mit ihrer Siedlungskontinuität vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis in die Gegenwart ist ein Beispiel für ein identitätsstiftendes Kulturdenkmal für die Aleppiner und ein enormer Verlust für die syrische und die Menschheitsgeschichte. Mit der Altstadt von Aleppo sind unwiederbringlich weltbekannte Kulturstätten verloren gegangen. Seit drei Jahren beschäftigt sich der Referent mit dem Wiederaufbau der Altstadt von Aleppo und wird darüber berichten.

Prof. Dr. Mamoun Fansa wurde in Aleppo, Syrien, geboren und lebt seit 1967 in Deutschland. Er studierte von 1967–1972 an der Fachhochschule für Kunst und Design Hannover und von1972–1979 Nordeuropäische Archäologie in Hannover und Göttingen. Von 1978–1987 war er als Mitarbeiter des Instituts für Denkmalpflege in Hannover tätig. Von 1987–1994 leitete er die archäologische Abteilung des Landesmuseums Natur und Mensch (ehemals: Staatliches Museum für Naturkunde und Vorgeschichte). Von 1994–2011 war er Leitender Museumsdirektor des Landesmuseums Natur und Mensch in Oldenburg. Neben zahlreichen Ausstellungen zur Schnittstelle von Orient und Okzident er hat im Jahr 2000 die Ausstellung „Damaskus – Aleppo. 5000 Jahre Stadtentwicklung“ initiiert. Fansa ist der Initiator und Gründer der Europäischen Vereinigung zur Förderung der Experimentellen Archäologie, deren Vorsitzender er bis 2008 war. Seit 2010 ist er Vorsitzender des Fördererkreises Museumsdorf Düppel, Berlin. Mamoun Fansa hat 2013 und 2014 zwei Publikationen über die Zerstörung des Weltkulturerbes in Aleppo und der sechs Weltkulturerbstätten in Syrien herausgegeben. Seit 2016 ist er Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und Archaeological Heritage Network des Auswärtigen Amtes. Er bereitet gemeinsam mit dem Verein „Freunde der Altstadt von Aleppo“ den Wiederaufbau der historischen Altstadt von Aleppo vor.

Referent/in

Prof. Dr. Mamoun Fansa, Berlin

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