Kategorie: | Veranstaltungsgruppe:

Kalter Bürgerkrieg in Deutschland. War das KPD-Verbot verfassungswidrig? 16.05.2018 | 18:30 Uhr - 20:00 Uhr

Prof. Dr. Josef Foschepoth. Foto: Christine Bohnert-Seidel

Das längste, größte und umstrittenste Parteiverbotsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik dauerte 55 Monate und führte am 17. August 1956 zum Verbot der KPD. Josef Foschepoth konnte erstmals bislang unter Verschluss gehaltene Geheimakten der Bundesregierung und des Bundesverfassungsgerichts sowie umfangreiche Bestände von KPD und SED auswerten. Er kommt zu dem Schluss: Von der KPD ging – selbst in der Wahrnehmung der Sicherheitsbehörden – keine ernst zu nehmende  Gefahr aus. Die Adenauer-Regierungen übten massiven Druck auf die Verfassungsrichter aus, weil das Gericht den Prozess nicht wollte. Das Verfahren war dem deutsch-deutschen Kalten Bürgerkrieg geschuldet. Es war verfassungswidrig, wie Foschepoth zeigt.  Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht  arbeiteten im Prozess gegen die KPD eng zusammen.

Josef Foschepoth, früher Universität Freiburg, ist Historiker im Ruhestand und Spezialist für die Geschichte des Kalten Krieges und des Kalten Bürgerkrieges in Deutschland. Er ist Autor wichtiger Publikationen zur Zeitgeschichte. Ende 2012, ein halbes Jahr vor Beginn der NSA-Affäre, erschien sein bislang erfolgreichstes Buch „Überwachtes Deutschland“. Sein neues Buch  trägt den Titel „Verfassungswidrig! Das KPD-Verbot im Kalten Bürgerkrieg“ und  ist 2017 im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen erschienen.

Referent/in

Prof. Dr. Joseph Foschepoth, Freiburg

Zur Website der Veranstaltung →
Veranstaltung im Kalender speichern →