Kategorie: | Veranstaltungsgruppe:

Das Fin de Siècle und die Antike. Zwischen akademischer und anti-akademischer Antikensehnsucht 11.10.2018 | 16:00 Uhr - 20:00 Uhr

So unterschiedlich die künstlerischen Tendenzen im ausgehenden 19. Jahrhundert waren, so unterschiedlich war auch das Interesse an der Antike und der Umgang mit ihr. Dabei reicht die Bandbreite der Antikenrezeption vom schlichten Archaismus der Zeit bis hin zu einem sehr freien Umgang. So war Lawrence Alma-Tadema einer der ersten Künstler, der in seinen Werken farbig gestaltete Friese griechischer Tempel zeigte.

Der in Friesland geborene Maler Alma-Tadema war im viktorianischen England ein Star. Selbst Königin Victoria liebte seine detailgetreuen Visionen der Antike. Durch seine Reisen u. a. an die Ausgrabungsstätten in Pompeji konnte er persönlich die neuen Forschungsergebnisse studieren. Dadurch konnte er dem Betrachter ein lebendiges Bild des antiken Lebens zeigen. Gleichzeitig waren seine Bilder von Schönheit und Dekadenz geprägt.

Im Frühwerk von Gustav Klimt finden sich noch Einflüsse von Alma-Tademas motivischer Detailtreue. Später pflegte Klimt einen freieren Umgang mit der antiken Kunst. Er interessierte sich nun vor allem für den Geist der Antike. Einen besonderen Gefallen fand er am freizügigen Umgang der Antike mit der Erotik. Dabei beschränkte sich sein Interesse nicht nur auf erotische Darstellungen, sondern auch auf die Literatur; wie seine Illustrationen zu Lukians Hetärengespräche zeigen.

Franz von Stuck verwendet antike Mythen und Gestalten oft als Folie für Themen seiner Zeit. Gleichzeitig zeigt gerade die Gestaltung und Ausstattung seiner Villa eine Tendenz zum Archaismus der Zeit. Anhand ausgewählter Beispiele soll ein Blick auf die Antikensehnsucht des 19. Jahrhunderts geworfen werden. Dabei sollen, neben den oben genannten Künstlern, auch einzelne Werke von u.a. Lord Leighton, Anselm Feuerbach, Albert Moore oder Fernand Khnopff betrachtet und verglichen werden.

Referent/in

Michael Sagroske, M. A.

Zur Website der Veranstaltung →
Veranstaltung im Kalender speichern →