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Heinrich II. und das Angevinische Reich – Eine Momentaufnahme Europas im Hochmittelalter 15.06.2017 | 19:00 Uhr - 20:30 Uhr

Es war eine unruhige Epoche im Hochmittelalter, in der Heinrich II. als König den Thron von England bestieg. Am 5. März 1133 wurde er als ältester Sohn von Mathilda, Tochter Heinrichs I. von England und Witwe des deutschen Kaisers Heinrich V. (die „Altkaiserin“), und ihrem zweiten Gemahl Gottfried le Beau, Graf von Anjou geboren. Bereits am 18. Mai 1152 heiratete er Eleonore von Aquitanien und trat mit einem Paukenschlag in das Licht der europäischen Politik.

Schon vor seiner Thronbesteigung in England beherrschte er auf dem europäischen Festland die Normandie und Anjou. Durch die Heirat mit Eleonore von Aquitanien erweiterte sich sein Besitz erheblich, nämlich um die Region Tours (die Touraine), um Aquitanien und die Gascogne. 1155 konnte er durch Verhandlungen auch die Bretagne unter seine Kontrolle bringen. Damit war er mächtiger als sein Lehnsherr auf dem Kontinent, der König von Frankreich.

Nach seiner Thronbesteigung in England kam es durch seine Besitztümer zu einer erneuten Zusammenführung der normannischen und der britischen Reichsteile des englischen Königtums. Man spricht dabei vom »Angevinischen Reich«, das eine moderne Bezeichnung für den umfangreichen territorialen Besitz des Hauses Plantagenet in der Zeit von 1150 bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts ist. Dieser Besitz umfasste weitgehend die gesamte westliche Hälfte Frankreichs sowie das Königreich England. Seine Herrschaft war bestimmt durch die spektakuläre Heirat ebenso wie die heftigen Auseinandersetzungen mit dem König von Frankreich sowie der Ermordung von Thomas Beckett, spannende Themen der englischen und europäischen Geschichte, deren Spuren in diesem Vortrag unterhaltsam und informativ verfolgt werden sollen.

Referent/in

Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel

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