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Dietrichepik als kanonische Heldendichtung 30.05.2017 | 18:30 Uhr - 20:00 Uhr

Ringvorlesung „Klassiker des Mittelalters“

Was macht ein Werk des Mittelalters zum Klassiker? Welche Kriterien sind entscheidend für die Bewertung eines literarischen Texts? Poetische, rezeptionsästhetische und kulturwissenschaftliche Aspekte können sich überlagern. Für einen kanonischen Anspruch sprechen etwa die zeitlose Gültigkeit, eine mehrere Generationen umfassende Rezeptionsgeschichte, aber auch eine breite zeitgenössische Überlieferung.

In den letzten Jahrzehnten stieß die traditionelle Kanonbildung vermehrt auf Kritik. Statt nur ,Höhenkamm‘-Literatur zu berücksichtigen, wird eine kultuiwissenschaftliche Wende in der Literaturgeschichtsschreibung gefordert. Doch auch der Vorschlag, typische statt kanonischen Texten zu behandeln, ist wenig befriedigend. Bestimmten Werken, wie dem ,Nibelungenlied‘ oder ,Parzival‘, lässt sich kaum ihre herausragende Bedeutung absprechen.

Die Ringvorlesung des Instituts für Germanistik verfolgt im Sommersemester 2017 ein doppeltes Ziel: Zum einen werden wichtige Werke des Mittelalters vorgestellt, die zum impliziten Kanon der Mediävistik gehören. Zum anderen lädt die Vorlesung dazu ein, grundsätzlich über den Klassikerbegriff nachzudenken und literarische Wertungskriterien offenzulegen.

Referent/in

Prof. Dr. Florian Kragl, Erlangen

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