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Der ewige Kampf der Geschlechter – Vergangenheit und Aktualität 12.04.2017 | 18:30 Uhr - 20:00 Uhr

Dass der Kampf der Geschlechter bis heute nicht an Brisanz verloren hat, zeigt sich nicht nur in den aktuellen Debatten, sondern auch in der zeitgenössischen Kunst. Die aufkeimende Gleichberechtigungsbewegung im ausgehenden 19. Jahrhundert bildete den Auftakt zu einer noch immer aktuellen und konfliktbeladenen Auseinandersetzung mit dem Thema. Im Fin de Siècle wurde die männliche Welt erstmals stark erschüttert. Die Reaktionen auf das noch zaghafte Aufbegehren der Frauenbewegung waren von unterschiedlicher Natur, aber immer „Anti-Weiblich“: ob als femme fatale oder femme fragile, ob als Muse oder Hure, die Frau wurde stets als Bedrohung empfunden oder als Objekt betrachtet.

Bei den Surrealisten spielten dann neue Interessen wie unter anderem Ironie und Perversität eine zentrale Rolle. In der Neuen Sachlichkeit kam ein neues Frauenbild auf: Bubikopf, Zigarettenspitze, Hosenanzug zeugten von einem neuen, starken Selbstbewusstsein der Frau. Der Erste Weltkrieg brachte nicht nur eine neue Geschlechterordnung hervor, sondern auch Lustmordfantasien der Männerwelt; wie sie sich in den Bildern von Dix, Schlichter oder Davringhausen zeigen.

An ausgesuchten Beispielen aus der bildenden Kunst, der Literatur oder der Psychoanalyse, soll ein Überblick über eines der spannendsten Themen unserer Kunst- und Kulturgeschichte gegeben werden. Dabei werden neben Künstlern(innen) wie Klimt, Bonnard, Kahlo, Morisot oder Dix, auch Literaten, Philosophen und Psychologen, wie etwa Proust, Nietzsche oder Freud, zu Wort kommen.

Das Seminar möchte Einblicke in die unterschiedlichen künstlerischen Positionen und Auseinandersetzungen geben, die sich mit dem komplizierten Verhältnis von Frau und Mann beschäftigen; das bis heute geprägt ist von Stereotypen und Idealvorstellungen.

Zum Thema findet im Städel-Museum in Frankfurt a. M. eine Ausstellung (bis 19.03.2017) statt: Kampf der Geschlechter. Franz von Stuck bis Frida Kahlo.

Referent/in

Michael Sagroske, M.A.

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