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Affordanz und (Nicht-) Affirmation. Compliance und digitale Designs. 29.05.2018 | 18:30 Uhr - 20:00 Uhr

„Design“ stellt in diesem Sinne nicht „Dinge“ oder „Designobjekte“ her, sondern seine ästhetischen Formgebungen konzipieren Relationen zwischen Dingen, materiellen Umwelten und Lebewesen. Zum manifesten Objekt wird das Design erst als Verhältnis zu diesen antizipierten Relationen, die ihrerseits mithin auf normativen Grundlagen basieren. Als Objekt jedoch, als designtes Ding oder designte Umgebung, trägt es struktural diese antizipierten Relationen als Potenzial ihrer je konkreten Verwirklichungen in sich. Die solchermaßen aus einer umfassenden Vorwegnahme späterer Relationierungsszenarien hervorgehende, immer schon ökonomische (auf industrielle Massenherstellung ausgerichtete) Designwelt stellt, wissenstheoretisch betrachtet, ein völlig anderes Paradigma dar als die sukzessive Formung von Gegenständen aus historisch relativ invariablen Erfahrungszusammenhängen heraus, wie sie für vormoderne Dingwelten typisch war. Design stellt jeweils Angebote bereit, auf bestimmte Weise zum Nutzer eines Dinges zu werden. Praktiken im Umgang mit Dingen, die sich als „Nutzung“ verstehen, sind auch Praktiken des Selbst, die den „Nutzer“ (oder auch den „Konsumenten“, den affirmativen, kritischen oder goutierenden „Rezipienten“, den kreativ sich artikulierenden „Prosumenten“) als eine Weise des Selbstverständnisses überhaupt erst hervorbringen. Die Regelmäßigkeit affirmativer Gebrauchsformen lässt Subjekte zu den Nutzern und Objekte zu den affordanten „Devices“ werden, die ein Design p In der Vortragsreihe „Medien/Zukünfte“ stellen Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis aus verschiedenen Perspektiven Medienzukunftsszenarien vor. In den Blick genommen wird dabei auch die Bildung der Zukunft und die Nachhaltigkeit der Bildung innerhalb eines digitalen Zeitalters. Das Ziel der Veranstaltung ist es, aktuelle Entwicklung und zukünftige Szenarien zu betrachten und selbige in den Kontext der übergeordneten Frage nach der Rolle der Medien als Gegenstände und Werkzeuge einzuordnen.

Referent/in

Prof. Dr. phil. Benjamin Jörissen

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