{"id":34353,"date":"2019-12-17T15:05:48","date_gmt":"2019-12-17T14:05:48","guid":{"rendered":"https:\/\/magazin.tu-braunschweig.de\/?post_type=kb_events&#038;p=34353"},"modified":"2023-09-07T18:42:43","modified_gmt":"2023-09-07T16:42:43","slug":"antrittsvorlesung-mast-steenpass","status":"publish","type":"kb_events","link":"https:\/\/magazin.tu-braunschweig.de\/en\/event\/antrittsvorlesung-mast-steenpass\/","title":{"rendered":"Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Yvonne Mast, Prof. Dr. Laura Steenpass"},"content":{"rendered":"<h3>Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Yvonne Mast<br \/>\nBioressourcen f\u00fcr die Wirkstoffforschung: Das Biosynthesepotential der Actinomyceten<\/h3>\n<p>Antibiotika gelten seit ihrer Entdeckung als Wunderwaffe der Medizin. Insbesondere in diesen Tagen kommt der Antibiotikaforschung gro\u00dfe Bedeutung zu, da weltweit Infektionen mit antibiotikaresistenten Krankheitserregern zunehmen, w\u00e4hrend zeitgleich immer weniger neue antibiotisch wirksame Substanzen gefunden werden. Eine vielversprechende Quelle f\u00fcr neue Wirkstoffe sind Bakterien der heterogenen Gruppe der Actinomyceten. Ca. zwei Drittel aller Antibiotika, die heutzutage in der medizinischen Anwendung sind, sind Produkte aus Actinomyceten. Die F\u00e4higkeit zur Antibiotika-Biosynthese ist genetisch kodiert, wobei die Gene meist als Biosynthesegencluster auf dem Genom der Produzentenst\u00e4mme organisiert vorliegen. Aufgrund der mittlerweile zahlreich verf\u00fcgbaren Genomsequenzdaten und bioinformatischen Vorhersagem\u00f6glichkeiten zur Identifizierung potentieller Antibiotika-Biosynthesegencluster ist bekannt, dass das Potential der Actinomyceten zur Wirkstoffsynthese um ein Vielfaches gr\u00f6\u00dfer ist als urspr\u00fcnglich angenommen. Dies ist auf das Vorhandensein sogenannter stiller Gencluster zur\u00fcckzuf\u00fchren, die die Information f\u00fcr Wirkstoffsynthesen tragen, welche aber unter Standardlaborbedingungen nicht in die entsprechenden Produkte \u00fcbersetzt wird. Eine Schl\u00fcsselrolle kommt hierbei der Regulation der Antibiotika-Biosynthese zu. Durch ein besseres Verst\u00e4ndnis der Regulationsmechanismen der Antibiotika-Biosynthese und gezielter Anwendung der entsprechenden regulatorischen Elemente, lassen sich stille Gencluster aktivieren und neue Wirkstoffe finden.<\/p>\n<p>In dem Vortrag wird ein \u00dcberblick \u00fcber die Bedeutung und Biologie der Actinomyceten gegeben. Am konkreten Beispiel eines Sekund\u00e4rmetabolit-Biosynthesegenclusters wird dargestellt, wie sich unterschiedliche Gencluster-Komponenten f\u00fcr biotechnologische Anwendungen nutzbar machen lassen.<\/p>\n<p><strong>Zur Person<br \/>\n<\/strong>Yvonne Mast studierte von 2000-2005 Biologie an der Eberhard Karls Universit\u00e4t T\u00fcbingen und fertigte dort 2008 am Interfakult\u00e4ren Institut f\u00fcr Mikrobiologie und Infektionsmedizin der Universit\u00e4t T\u00fcbingen in der Abteilung Mikrobiologie\/Biotechnologie ihre Promotionsarbeit an. Anschlie\u00dfend \u00fcbernahm sie in der Abteilung Mikrobiologie\/Biotechnologie die Leitung einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Biosynthese und -Regulationsmechanismen verschiedener Sekund\u00e4rmetabolite aus Streptomyceten befasste. 2017 habilitierte sie sich im Fach Mikrobiologie an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Seit 2019 ist sie Professorin f\u00fcr Angewandte Mikrobiologie an der Technischen Universit\u00e4t Braunschweig und Leiterin der <a href=\"https:\/\/www.dsmz.de\/research\/bioresources-for-bioeconomy-and-health-research\/applied-microbiology\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abteilung Bioressourcen f\u00fcr die Bio\u00f6konomie und Gesundheitsforschung am Leibniz-Institut DSMZ<\/a>. Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt in der Erforschung und Nutzung des Biosynthesepotentials von Actinomyceten als wichtige Ressource f\u00fcr die Wirkstoffforschung mit einem besonderen Fokus auf Regulationsmechanismen der Antibiotika-Produktion.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Laura Steenpa\u00df<br \/>\nMenschliche und Tierische Zellkulturen &#8211; Modelle f\u00fcr Erkrankungen des Menschen<\/h3>\n<p>Menschliche Krebszellen lassen sich seit 70 Jahren in der Zellkultur erhalten und seit 20 Jahren ist dies auch f\u00fcr pluripotente Stammzellen des Menschen m\u00f6glich. Die Vermehrung, Erhaltung und experimentelle Ver\u00e4nderung von menschlichen Zellen unter kontrollierten Bedingungen im Labor machen diese zu einem unverzichtbaren Werkzeug der medizinischen Forschung. Mit menschlichen Zellkulturen wurde es m\u00f6glich die molekularen Funktionen der Genregulation und von Stoffwechselvorg\u00e4ngen zu erforschen und zu verstehen. So tragen kultivierte Krebszellen erst zur Erforschung der verschiedenen Mechanismen der Krebsentstehung bei, um dann in der vorklinischen Testung von Medikamenten zur Krebsbehandlung ihre Verwendung zu finden. W\u00e4hrend Krebszellen bereits recht spezialisierte Zellen sind, besitzen pluripotente Stammzellen des Menschen noch ein gewaltiges Entwicklungspotential. Stammzellen k\u00f6nnen, unter entsprechender Behandlung, in verschiedene spezialisierte Zelltypen des Menschen \u00fcberf\u00fchrt werden. Dies erm\u00f6glicht zum einen die Beobachtung von zellul\u00e4ren Vorg\u00e4ngen \u00fcber eine Entwicklungszeit hinweg und zum anderen die Herstellung von Zelltypen, die sonst in der Kultur nicht verf\u00fcgbar w\u00e4ren, wie zum Beispiel ausgereifte Zellen der Netzhaut des Auges.<\/p>\n<p>In dem Vortrag wird ein \u00dcberblick \u00fcber die Bedeutung von Zellkulturen in der zellbiologischen Forschung gegeben. Am Beispiel der Krebserkrankung Retinoblastom wird die Verwendung von Krebszelllinien und pluripotenten Stammzellen in der Modellierung von Erkrankungen und der vorklinischen Forschung erl\u00e4utert.<\/p>\n<p><strong>Zur Person<br \/>\n<\/strong>Laura Steenpa\u00df studierte von 1992 &#8211; 1998 Biologie an der Albert-Ludwigs Universit\u00e4t Freiburg. Ihre Promotionsarbeit fertigte sie in der Kinderkrebsforschung des St. Anna Kinderspitals in Wien an und schlo\u00df ihre Promotion \u00fcber das Ewing-Sarkom 2002 an der Universit\u00e4t Wien ab. Bis 2006 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe von Prof. Denise Barlow am Zentrum f\u00fcr Molekulare Medizin der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften \u00fcber Epigenetik. Ab 2009 baute sie ihre eigene Arbeitsgruppe Zellul\u00e4re Modelle im Institut f\u00fcr Humangenetik am Universit\u00e4tsklinikum Essen auf. 2017 habilitierte sie sich im Fach Genetik\/Humangenetik an der Universit\u00e4t Duisburg-Essen. Seit 2020 ist sie Professorin f\u00fcr Zellbiologie im Zoologischen Institut der Technischen Universit\u00e4t Braunschweig und Leiterin der <a href=\"https:\/\/www.dsmz.de\/research\/human-and-animal-cell-lines\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abteilung Menschliche und Tierische Zellkulturen am Leibniz-Institut DSMZ<\/a>. Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt in der Nutzung von menschlichen Krebszelllinien und pluripotenten Stammzellen zur Erforschung genetisch verursachter Erkrankungen, wie der Imprintingerkrankung Angelman-Syndrom oder der Krebserkrankung Retinoblastom.<\/p>\n<p><em>Die Vortr\u00e4ge finden auf Deutsch statt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"class_list":["post-34353","kb_events","type-kb_events","status-publish","hentry","kb_cat_events-antrittsvorlesung","kb_cat_events-vortrag","kb_institution_events-institut-fuer-mikrobiologie","kb_institution_events-zoologisches-institut","kb_location_events-aula-haus-der-wissenschaft","kb_theme_events-chemie-pharmazie-biowissenschaften-psychologie","kb_groups_events-antrittsvorlesung"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Yvonne Mast, Prof. Dr. Laura Steenpass - 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